Krug, der doppelt Unsichtbare
Krug, der doppelt Unsichtbare
Ich gehe als Wanderer, einsam und still, durch Welten, in denen das Schweigen nichts will. Die Pfade sind schmal und vom Lichte gesäumt, wo tief in den Jahren die Wahrheit noch träumt.
Wie einst Lao Tse in den fernen Tagen, Lao Tse, bereit, nur das Wesen im Herzen zu tragen, der Demut und Leere als Weisheit versteht, so wandelt auch Krug, doch selten unbeschwert.
Der Weise des Ostens wusste darum: Die mächtigste Kraft bleibt im Ursprung stumm. Wer laut sich erhebt, wird im Wandel verwehn, wer leise verweilt, kann das Ganze sehn.
Im Tiefen des Raums, auf verborgener Bahn, hat Krug seine Welten aus Logik ersann. Er formte Gedanken, die lautlos gedeihn, um jenseits des Lärms mit sich selber im Reinen zu sein.
Im Schach, wo die Linien wie Wasser sich winden, wo Könige flüchtig im Äther verschwinden, bezwang er das Chaos mit mathematischer Pracht: Ein unsichtbares Matt, in der Stille erdacht.
Kein Beifall der Masse, kein flüchtiger Ruhm, sein geistiges Werk blieb sein Heiligtum. Ein Hüter der Wahrheit, die abseits verweilt, vom Lärm dieser Tage niemals ereilt.
So steht er dem Alten im Geiste zur Seit’, ein Wanderer, zeitlos, in Einsamkeit. Er überwand Welten mit geduldiger Hand – ein Suchender, der zu sich selber fand.
Und wer seine Fährte im Innern berührt, der ahnt, welche Kraft durch das Schweigen führt. Denn was in der Klarheit so lautlos besteht, bewahrt seine Würde, wenn alles vergeht.
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