Ballade vom Haus Merolli–Cipriani
(eine poetische Familienchronik in vielen Gesängen) I. Gesang – Der Sohn aus Celano In Celanos Tälern, wo die Berge den Himmel wie ein Schild bewahren, wuchs einst ein Kaufmannssohn heran, mit stillen Augen, klaren Jahren. Enea hieß er – früh schon trug sein Herz die Last der großen Fragen, und Bücher wurden ihm zum Brot, Gedanken wurden ihm zum Wagen. Er ging nach Rom, die Stadt der Götter, studierte Recht, studierte Geist, doch immer sang in ihm ein Funke, der sich nach höh’ren Welten reißt. Er schrieb als Ariele di Lem, versank in Versen, tief und leise, und suchte Gott in jedem Wort, auf seiner langen Dichterreise. II. Gesang – Das Beben und die Wanderschaft Doch Marsica erbebte schwer, die Erde schrie in kalten Nächten. Enea floh, doch nahm er mit den Willen, Menschen zu beleuchten. In Chieti fand er neuen Grund, er lehrte Kinder, junge Seelen, und staunte selbst, wie Pädagogik sein Herz begann, neu auszuwählen. Doch wieder rief der alte Weg, der Weg der Worte, der Gesetze. ...