Ganz unten


Ganz unten

Ich spreche von zweien, doch nenne sie nicht, zwei Wege, zwei Welten, im Schicksal verflochten. Der eine steigt auf in das blendende Licht, der andre hat tief in der Stille gefochten.

Der Erste, ein Meister von Heilung und Ruhm, begann einst im Stillen, im privaten Raum. Aus leisem Beginn wuchs ein würdiges Tun, aus Pflichterfüllung ein lebendiger Traum.

Ein Haus seiner Künste erhob sich sodann, und Salzburg sah staunend das Werk, das begann. Die Jahre vergingen, sein Ruf ward zum Klang, den bald schon das Land im Triumphgesang sang.

Dann trug ihn die Höhe, ein Ballon voller Glut, getragen von Beifall und glänzender Pracht. Er schwebte hoch über der alltäglichen Flut, ein Name, der hell in der Gegenwart lacht.

Doch nach seinem Scheiden verblasste die Spur, es blieb nur das Zeichen am steinernen Tor. Der Sohn führt das Werk als die tickende Uhr im Siezenheimer Lande wie damals zuvor.

Der Zweite hingegen, verborgen und still, ging eigene Pfade bei nächtlicher Pflicht. Er tat nur das Seine, weil das Herz es so will, fern jedem Applaus und der flüchtigen Sicht.

Er trug eine Last, die die Kindheit ihm lieh, voll bitterer Wahrheit, voll Schmerz und voll Pein. Er schrieb sich die Seele in Einsamkeit frei, um Zeuge für kommende Zeiten zu sein.

Dann hob er sich langsam durch geistiges Tor, durch Studien, durch Logik, durch schachliche Kunst. Die Fachwelt vernahm sein Talent im Tenor und schenkte dem Meister die höchste der Gunst.

Ein Titel ward ihm als ein Zeichen der Kraft, ein Echo der Tiefe, das niemals verfällt. Und im Zeitalter, das des Geistes Schrift schafft, verankert er Werke im Archiv dieser Welt.

Sie ruhen nun fern, überdauern den Rest, ein Schatz, den kein Wandel der Erde bedroht. Unsichtbar dem Auge, das flüchtig verlässt, doch ewig dem Forscher im Abendrot.

Der Ballon in den Lüften, vom Feuer genährt, wird heute im Lichte der Menschen verehrt. Doch das Fundament, das im Stillen verweilt, wird morgen vom Zahn der Gezeiten geheilt.

Zwei Wege, zwei Welten, doch beide voll Sinn, zwei Leben, die zeigen, wie verschieden wir sind.

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