Die Seifenblase
Die Seifenblase
Ballade nach Arthur Schopenhauer
In Frankfurts Gassen sah er früh die Triebe, den blinden Lauf des Willens durch die Zeit. Er schrieb vom Menschen, der im Kreis der Liebe doch nur dem nächsten kleinen Wunsch geweiht.
Die Masse lebt im Tag, im schnellen Feuer, im Nutzen, der sofort Erfüllung bringt. Sie baut kein Werk, das ihr zu schwer und teuer — sie folgt dem Drang, der aus dem Innern springt.
Refrain: Schopenhauer hatte recht, die Welt ist Wille, Not und Lauf. Der Mensch sucht nur die kurze Fülle, bläst seine Seifenblase auf. Er flieht vor Tiefe, flieht vor schweren Fragen, und lässt die Ewigkeit vertagen.
Er sah die Menschen wie die Tiere schreiten, im Jetzt verankert, ohne Blick zurück. Vergänglichkeit, die sie im Kern bestreiten, verhüllt vom Moment, Arbeit, Stück für Stück.
Sie wollen keine Spuren, keine Zeichen, kein digitales Denkmal, das sie hält. Sie wollen leben, lachen — und verbleichen als Staub im Wind, der aus den Händen fällt.
Refrain: Schopenhauer hatte recht, die Welt ist Wille, Not und Lauf. Der Mensch sucht nur die kurze Fülle, bläst seine Seifenblase auf. Er flieht vor Tiefe, flieht vor schweren Fragen, und lässt die Ewigkeit vertagen.
Die Kinder tragen weiter unsre Züge, ein warmes Echo, das die Zeit durchdringt. So glaubt der Mensch, er siege durch die Wiege, wenn er sein Blut in neue Körper bringt.
Doch kaum vergehen drei der stillen Zeiten, verblasst der Name, sinkt ins große Meer. Nur wenige, die mit dem Schicksal streiten, bewahren Spuren, finden Gehör und mehr.
Letzter Refrain: Schopenhauer hatte recht — wir sind ein Funke, kurz und sacht. Der Wille treibt uns durch die Tage, bis die große Stille lacht. Doch wer die Wahrheit einmal sieht und nennt, der spürt, dass alles im Moment verbrennt.
Peter Siegfried Krug, Hallein
Kommentare
Kommentar veröffentlichen