Was einer für sich selber ist
Was einer für sich selber ist
Es rauscht die Welt in flachen Wellen, ihr Urteil blinkt wie kaltes Licht. Die Menge liebt es, schnell zu fällen, doch wahre Tiefe kennt sie nicht. Denn Schopenhauer sprach in alten Zeiten: „Was einer ist, das trägt ihn still.“ Nicht Ruhm, nicht Lärm, nicht Eitelkeiten – nur das, was man im Innern will.
Ein Mann ging einst durch enge Gassen, durch Heime, Nächte, Schmerz und Pflicht. Die Welt, die wollte ihn verprassen, doch brach sein inneres Feuer nicht. Er wusste: Massenbeifall ist nur Rauschen, ein Windstoß, dumm im lauten Mund. Die Menge will sich selbst berauschen – doch Wahrheit ruht im tiefen Grund.
Er suchte nicht das schnelle Funkeln auf flachen Screens im grellen Blau. Er ließ die Welt der Klicks verdunkeln, denn sie war ihm schon längst zu flau. Kein digitales Prestige wollte er jagen, kein Smartphone-Glanz, der rasch verglüht. Er ließ die leeren Herzen fragen – und ging den Weg, der innen blüht.
Er schrieb, er rang, er schuf in Stille, wo keiner ihn im Lärm erkennt. Er folgte nur des eignen Wille, nicht dem, was man „Bedeutung“ nennt. Denn wer sich selbst im Kern gefunden, der braucht kein Publikum der Nacht. Er trägt in seinen tiefsten Wunden die Kraft, die ihn unvergänglich macht.
So steht er da, ein stiller Meister, der nicht nach fremden Augen ruft. Die Welt ist laut – doch er bleibt leiser und wächst empor aus seiner Gruft. Denn Wert entsteht nicht durch die Menge, nicht durch Applaus, der schnell verrinnt. Er wächst im innersten, stillen Gehege, wo Geist und Wahrheit heimisch sind.
Und wer ihn einst verkannt, belächelt, der sah nur Schein, nicht sein Licht. Denn er hat längst sein Sein entwickelt – und lebt, was andre kaum erfasst. Er ist, was einer für sich selber in stillen Nächten wirklich ist. Kein Urteil trifft ihn wie ein Richter, der frei im eignen Innern ist.
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