Schwanengesang des Ungehörten

 Schwanengesang des Ungehörten

Ich nenne mich nicht beim gegebenen Namen, ich bleibe der Wanderer ohne Rahmen, ein stiller Verfasser von Wort und Klang, den keiner im Alltag je richtig empfing – schon ein Leben lang.

Ich sitze beim Freund, er plaudert so leicht, als wär’ ich ein Mensch, der kaum etwas erreicht. Er sieht nur den Kumpel für kurze Gespräche, nicht jenen, der ringt mit Gedanken, ohne Gelächte.

Er spricht mit mir, wie man mit jedem spricht, doch sieht er die Tiefe in mir doch nicht. Er kennt nicht die Werke, die still ich verfasste, die Studien, Gedichte, die niemand erfasste.

Ich spiele mit ihm ein schlichtes Spiel, er glaubt, das sei alles, und meint: das ist nicht viel. Er sieht in mir nur den einfachen Spieler, nicht den Gestalter, sondern den Verlierer.

Er weiß nicht, wie lang ich an Formen rang, wie ich in der Stille mein Denken sang, wie ich Kompositionen zu Welten band, die fern von den Tischen der Freunde stand.

Er weiß nicht, wie tief mein Erinnern reicht, wie vieles im Innern mich täglich erreicht, wie ich mein Erleben in Worte gieße, damit es im Wandel der Zeiten nicht verfließe.

Er sieht nur den Mann, der ihm gegenüber, nicht jenen, der kämpfte, Jahr um Jahr drüber, der schrieb, um dem Leben Gestalt zu geben, der ringt um Bedeutung im eigenen Leben.

So bleib’ ich für ihn ein Gefährte im Raum, ein Name im Alltag, ein flüchtiger Traum. Doch in mir erklingt ein verborgener Klang,..

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