Ich schreibe dies als Wanderer

 Ich schreibe dies als Wanderer,

der oft den Fels berührt, und dennoch spürt: Ein anderer hat Klang statt Stein geführt.

Ich ging hinauf in Felsrevieren, wo Wind die Finger kalt mir macht, wo Schritte über die Kanten führen und jeder Tritt entscheidet Nacht.

Er aber ging durch Wald und Wiesen, ein Meister reiner Melodie, ließ Bäche in die Sätze fließen, und komponierte – ich nie.

Ich konnte Zahlen klar durchdringen, ihr Netz aus Logik war mein Pfad. Er konnte Töne neu erschwingen, und seine Kunst war Weltgerat.

Ich schrieb mit Worten, streng und leise, durchdachte Zeilen, klar gesetzt. Er schrieb mit Klang – und jede Weise war stärker als ein ganzer Text.

Ich hielt den Fels mit bloßen Händen, die Höhe war mein stiller Freund. Er konnte Formen kühn verändern, wo Harmonie sich neu vereint.

Ich suchte Wege, die mich tragen, durch Wildnis, Schmerz und Einsamkeit. Ich lernte Qualen namentlich zu sagen, und machte Denken mir zum Kleid.

Er suchte Wege, die nicht enden, in denen Klang die Seele hebt. Er ließ die Welt sich neu verblenden, durch das, was tief in ihm gelebt.

Ich baute Leben aus Erinnern, aus Forschung, Schach und klarer Sicht. Er baute Leben aus dem Innern, aus einem Feuer, das nicht bricht.

So stehen wir – getrennte Funken, doch beide lieben wir das Land. Er hörte’s klingen in den Schluchten, ich fühl’s im Fels mit meiner Hand.

Und wenn ich schreibe, spür ich leise: Wir sind verschieden – doch verwandt.

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Ich wuchs in Felsen, still und steil, wo jeder Schritt ein Wagnis war, wo Einsamkeit mein treuer Teil und jeder Morgen neu und klar.

Er wuchs in Sälen, Klang und Licht, wo Melodie den Atem trägt, wo jede Note ein Gedicht und jede Stille weiter schlägt.

Ich suchte Wege, die mich stärken, durch Wildnis, Frost und rauen Stein. Er suchte Wege, die bemerken, wie Klang das Herz kann neu befrein.

Ich lernte Denken wie ein Messer, das Wahrheit schneidet, ohne Scheu. Er lernte Schaffen immer besser, und machte Klang aus Schmerz und Treu.

Ich schrieb mein Leben Blatt für Blatt, aus Forschung, Logik, klarer Sicht. Er schrieb sein Leben, wenn er tat, was tief in seinem Innern spricht.

Ich hielt mich fest an Fels und Kanten, die Höhe war mein stiller Hort. Er hielt sich fest an Klang und Tanten der Harmonie – sein sichrer Ort.

Ich ging durch Täler, hart und weit, durch Jahre, die mich niederdrückten. Er ging durch Zeiten voller Streit, die ihn mit Taubheit still erstickten.

Ich fand im Denken meinen Halt, im Schach, im Wort, im klaren Blick. Er fand im Klang – so jung, so alt – sein einzig wahres Lebensstück.

Und doch: Wir teilen denselben Grund, die Liebe zu Natur und Raum. Er hörte’s klingen – ich gesund – im Fels, im Wind, im alten Baum.

So stehen wir, zwei fremde Leben, doch beide von derselben Glut. Er gab der Welt den Klang zum Streben, ich gab mir selbst den Mut zur Flut.

Und wenn ich schreibe, spür ich sacht: Wir sind verschieden – doch verwandt. Zwei Wege, jede selbst gemacht, vom selben Ursprung angerannt.

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