Kenzo Kies

 

 Kenzo Kies

Ein junger Stern, so hell, so klar, verglühte viel zu früh im Lauf. Er stand am Tor zum großen Jahr, doch nahm der Fluss ihn mit hinauf.

Geboren einst in Lyons Gassen, wo Kinder träumen, leicht und frei, lernte er früh, das Glück zu fassen, mit Ball und Herz – und war dabei. Olympique prägte seine Schritte, Saint-Étienne formte seinen Mut, sieben Jahre Kampf und Bitte, bis seine Kunst im Grünen ruht.

Dann kam Guingamp, der erste Lohn, ein Vertrag, der Zukunft atmet, ein Flügelschlag zum großen Thron, den jeder junge Spieler erträumet. Er stand bereit, die Welt zu sehen, die Mühen hinter sich gestellt, bereit, den langen Weg zu gehen, der einen Namen in die Bücher stellt.

Doch an dem Tag, so heiß, so schwer, am zweiundzwanzigsten Juni dann, suchte er Kühlung, suchte mehr als nur den Druck, der ihn umfing sodann. Die Rhône, so ruhig, mild im Schein, verbarg die Strömung, kalt und tief; sie riss ihn fort, ließ ihn allein, wo keiner mehr nach Atem rief.

Die Freunde wurden noch gerettet, die Feuerwehr rang mit der Zeit, doch er, vom Wasser hart gebettet, lag still im Kampf der Ewigkeit. Im Krankenhaus, so fern vom Feld, verlosch der Funke, jung und sacht; sein Hirn, vom Schicksal ausgehellt, gab auf in jener schweren Nacht.

Nun trauert Frankreichs Fußballherz, die Klubs, die ihn als Sohn erkannt, sie sprechen still in tiefem Schmerz von einem, der stets lächelnd stand. Ein Flügelspieler, leicht wie Wind, ein Kamerad, der Freude trug, ein Traum, der starb wie ein Kind, das viel zu früh vom Leben flog.

So singt der Schwan sein letztes Lied, ein Ton, der durch die Jahre zieht. Ein junger Mann, der alles gab, ruht nun im Fluss, der ihn begrub. Doch wer ihn kannte, trägt ihn fort, in Herz und Zeit, an jedem Ort.

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