Memories

 Memories 

I. Kaigasse 40 – Das leuchtende Atelier In Salzburgs Gassen, eng und alt, da malte Nikola, still und bald. Im kleinen Raum, voll Farbenduft, hing schwer sein Atem in der Luft.

Die Touristen kamen, staunten sehr, die Bilder gingen fort im Meer von Händen, die sie mit sich trugen – ein stiller Sieg in Lebensflügen.

Und Monika, mit sanfter Hand, sie hielt die Website stets im Stand, fotografierte jedes Bild, gab seinem Werk ein warmes Schild.

II. Die Nachricht, die die Welt zerbrach Doch eines Tages, hart und klar, sprach Nikola, wie’s wirklich war: „Ein Tumor wächst in mir, zehn Zoll.“ Der Raum war still, die Augen voll.

Er glaubte fest an Medizin, an Chemo, die wie Krieger ziehn. Er sprach vom Kampf, vom Zellenkrieg, als wär der Sieg nur ein Momentensieg.

Und täglich aß er Süßes dann, als wär’s ein stiller Waffenplan. Er hoffte, glaubte, kämpfte sehr – doch jeder Tag fiel schwerer mehr.

III. Der kurze Schein des Hoffnungslichts Die Protonstrahlen, teuer, rein, sie schienen erst ein Segen sein. Der Arzt sprach mild: „Man sieht nicht viel.“ Da wuchs in ihm ein neues Ziel.

Er schrieb im Forum, gab viel Mut, sprach Worte, warm wie Morgenblut. Er trug die Hoffnung in die Welt, auch wenn sein eigener Körper fällt.

IV. Der Rückschlag – und der stille Fall Doch bald kam wieder dunkle Zeit, der Krebs kehrt heim, erbarmungslos, breit. Die Haare fielen, Knochen sprachen, der Körper wollte kaum mehr wachen.

Doch Nikola blieb hell im Blick, verkaufte noch ein Bild – ein Stück von seinem Herz, von seinem Sein, und lächelte, so zart, so klein.

V. Peter Siegfried Krug im Abendlicht Am Abend ging dann Peter hin, zwei Minuten nur – ein kurzer Sinn. Im Brüderhaus, im Krankensaal, lag Nikola, so fahl, so schmal.

Er zitterte, die Hände fest, als ob er Gott nicht ruhen lässt. „Ich hoff, die Chemo wirkt“, sprach er, und Peter fühlte schwer und leer.

Der Schachkomponist, der stille Mann, sah Leid, das keiner tragen kann. Ein Bild, das bleibt, ein tiefer Stich, ein Schmerz, der nie ganz weicht aus ihm.

VI. Die letzten Tage in der Galerie Die Galerie, einst voller Klang, war nun ein Ort, der leise sang. Besucher kamen, bang und sacht, die fragten, wie es um ihn macht.

Amerikaner, Frauen alt, sie sahen ihn – so dünn, so kalt. Doch wenn ein Bild den Käufer fand, glomm kurz ein Licht in seinem Land.

Doch bald blieb nur ein leerer Stuhl, der Raum war still, die Farben schwul. Nikola kam nicht mehr zurück – das Leben nahm sein letztes Stück.

VII. Epilog – Memories of Peter Siegfried Krug Und Peter, der die Stille kennt, der Endspielstudien Wahrheit nennt, er trägt die Bilder tief im Herz, die Freundschaft, Hoffnung, Leid und Schmerz.

Er wandert durch die Zeit zurück, sieht Nikola in Farbenglück, und weiß: Ein Mensch, der Liebe malt, bleibt ewig – auch wenn Zeit ihn stahlt.

So klingt die Ballade, weich und sacht, von einem Leben, das leise wacht. Von einem Freund, der weiterlebt in jedem Bild, das Farbe webt.


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