In stillen Höhen, wo die Winde klagen

Ballade eines einsamen Suchenden

In stillen Höhen, wo die Winde klagen, zieht einsamer Suchender durch Nebeltage, mit Worten schwer von ungesagtem Sehnen, als trüg er Glut durch frostverhangne Ebenen.

Er breitet aus die Hände, bleich und offen, als wollt er greifen, was die Fernen hoffen — den großen Klang, den Widerhall der Zeiten, den Namen, der in Marmor wird verbleiben.

Doch sieh, wie stumm die Hügel Antwort geben, wie Wolken gleichgültig vorüber schweben. Der einsame Suchende ruft in die Welt so weit, doch nur sein Atem kehrt zurück in der kalten Zeit.

Er webt aus Leid geschmeidige Gesänge, aus Schachfigur und atmendem Holzgedränge, doch niemand neigt das Haupt, kein Herz verharrt, als wär er Rauch, der sich im Morgen zart verjagt.

O einsamer Suchender, Wanderer ohne Krone, du singst den Sang des unsichtbaren Schwane, dessen Stimme reiner klingt als jene Scharen, die laut sich brüsten und doch bald verfahren.

Du breitest Teppiche aus innerem Feuer, aus Jahren, die verbrannten still und teuer, und legst sie hin vor Tore, fest verschlossen, vor Augen, die nach grellerem Lichte schossen.

Die Meereswellen flüstern dir noch leise, wie einst zu jener Nacht, der ersten Reise. Sie tragen deine Worte fort ins Blaue, doch brechen sie im Nichts, so wie die Morgentraue.

So steigt dein Lied wie Weihrauch dünn empor, verliert sich in den Himmel, ohne Chor. Kein Fackelschein, kein Jubel, der dich hebt, nur Dunkel, das in deinem Rhythmus bebt.

Nur das Verborgene erkennt dich, einsamer Suchender, nur jene, die im Dunkel lauschen, wunderbarer. Die anderen eilen weiter, laut und leer, und lassen dich zurück im Schweigenmeer.

Und dennoch singst du, bis deine Kraft bricht, denn Schweigen wäre größerer noch als der Tod im Licht. Du legst dein Herz auf kalten Marmor nieder, damit ein später Wanderer hört deine Lieder.

Einsamer Suchender, letzter Schwan im Winterlicht, dein Flügelschlag ist leise, doch er bricht nicht. Die Welt wird dich nicht rühmen — nicht heut, nicht bald — doch tief im Grund, wo Wahrheit ruht, verhallt dein Lied nicht. Es bleibt, ein heimlich glühend Band, das weiterklingt im unerhörten Land.

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