Fritz Kohles (1954–2006)

 Fritz Kohles

In Großgmain kam an einem Mittwoch

ein Bub zur Welt, ganz unspektak’lar, doch wer ihn kannte, wusste später: Da wächst ein Mensch, ganz wunderbar.

Ein Krebs im Sternbild, weich und zäh, ein Herz, das gern die Menschen mochte, ein Kopf voll Lieder, Witz und Bühnen – ein Leben, das nach Freiheit roch.

Er trug die Post, er spielte Rollen, er sang sich durch das Alpenland, er schrieb, er scherzte, philosophierte, mit G’spür, mit Schmäh, mit Herzverstand.

Er war ein Wirt, ein Menschenfänger, ein Freund, der nie die Bühne scheute, ein Schauspieler, der täglich spielte – im Wirtshaus, auf der Gass’, im Heute.

Er klang nach Wien, sprach wie Qualtinger, und wenn er lachte, lacht’ die Welt. Er war ein Kutscher ohne Pferde, ein Original, das niemals fällt.

Doch einer war ihm treu – zu treu: der Alkohol, der alte Hund. Dreißig Jahr’ ging’n sie gemeinsam, am Ende war die Freundschaft wund.

Er trank bewusst, er trank mit Wissen, er trank zu viel, doch nie aus Trotz. Er wusste, dass es ihn zerstörte, doch blieb er stur – so war der Fritz, so war sein Herz, so war sein Trotz.

An einem Mittwoch, wie geboren, verließ er still die große Welt. Mit 51 – viel zu früh – hat er den letzten Vorhang fällt.

„Er hat an Abgang g’macht“, so sagten die Leut’, die ihn so gern g’habt ham. Und über tausend kamen trauernd, weil Salzburg ohne ihn nicht samma.

Vor seiner „Klause“ steht ein Stein, ein Tetraeder, still und klar. Er hält die Zeit ein wenig an, er sagt: Der Fritz war wirklich da.

Er war ein Postler und Poet, ein Wirt, ein Sänger, Menschenfreund. Ein Mann, der jeden Tag gespielt hat, weil er das Leben so gemeint.

Und wer ihn sah, der wird ihn wissen, und wer ihn hört, vergisst ihn nie. Denn solche Menschen sterben selten – sie wandern nur in die Po-es-ie.

So lebt er weiter, hell und warm, in Liedern, Witzen, Anekdoten. Ein Mittwoch nahm ihn aus der Welt – doch mittwochs wird er neu geboren.

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