Einsamkeit

 Einsamkeit

Im frühen Dunkel, kaum geboren,

...stand er im Weltwind ganz verloren, ein Kind im Heim, von Menschen fern, kein Herz ihm nah, kein Freund ihm gern. Die Mauern kalt, die Stunden schwer, und jedes Lachen blieb ihm schwer.

Die Kinder durften nicht sich binden, kein Arm, an dem sie Trost könnten finden. Die Hüter wachten streng und stumm, so blieb die Seele arm und krumm. Er lernte früh, allein zu stehn, und ohne Antwort weitergehn.

Doch eines Tages, still und sacht, kam in den Wald ein Freund bei Nacht: ein Knabe Adi, wild und frei, sie flohen in die Waldeswei. Sie bauten Hütten, suchten Pfad, ein kurzer Trost, sonst war es hart.

Dann riss das Schicksal ihn erneut aus jener Zeit, die kurz erfreut. Er zog von Ort zu Ort getragen, musste die Einsamkeit schwer ertragen. Ein Zögling, fremd in jedem Raum, ein Unbekannter weit im Lebensbaum.

Doch wieder hob sich leis der Tag, als er in einem Dorfe lag, wo Hermann Hauzinger ihm zur Seite stand, ein Freund, wie kaum ein andrer fand. Sie spielten still am Bretterfeld, zwei Seelen in einer Schachwelt.

Doch auch dies Glück war nicht von Dauer, das Leben schlug mit alter Trauer. Er fiel zurück in Nacht und Not, und Hunger trieb ihn auf die Rot. Mit Hermann Hraschan, wild und rau, zog er durch Straßen verzweifelt und grau.

Sie suchten Wärme, fanden aber Stein, und endeten später im Kerker ein. So schloss sich wieder, hart und schwer, der Kreis der Kindheit ohne Wehr.

Warum er kaum Gefährten fand? Weil früh das Herz im Frost verbrannt. Weil niemand ihm die Hand gereicht, wenn Dunkel durch die Tage schleicht. Weil jedes Band, das wachsen wollt, der kalte Alltag wieder holt.

So singt er nun, ein Schwan im Wind, sein Lied, das aus der Seelentiefe rinnt. Ein Sang von Schmerz, von schwerer Zeit, von Kindheit ohne Weggeleit. Doch klingt darin auch leise Mut, dass selbst er aus Dunkel so manches Gutes tut.


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