Die Ballade vom Drachen
Die Ballade vom Drachen
I. Der Aufstieg des Drachen (2020–2030) Es brüllt im Netz ein Drache wild, sein Atem lodert grell und mild. Er wächst durch Zahlen, Macht und Geld, beherrscht die Rankings dieser Welt.
Er schwingt sich hoch auf PR-Wind, wo News und Börsenkurse sind. Mit jedem Tag, mit jedem Schlag wird stärker noch der große Drache.
II. Der einsame Künstler Doch fern vom Lärm, im stillen Raum, sitzt einer, der an Wahrheit glaubt. Ein Forscher, Denker, Komponist, der tief im Schach versunken ist.
Er kämpft allein, kein Heer, kein Schild, nur Geist und Kunst in seinem Bild. Doch gegen jenen Drachen schwer verblasst sein Name mehr und mehr.
III. Die Zeit der Dominanz (2030–2040) Der Drache triumphiert im Licht, sein Name glänzt – der Künstler nicht. Denn was die Welt im Heute sucht, ist laut, ist neu, ist schnell verbucht.
So fegt der Drache über’s Land, mit mächt’ger Firma ihm zur Hand. Der Künstler ringt, doch ach, vergebens – der Drache siegt im Strom des Lebens.
IV. Der Wendepunkt (2040–2050) Doch Jahre ziehn, wie Jahre ziehn, und plötzlich bleibt der Drache stehen. Sein Feuer wird zu lauem Rauch, die News versiegen langsam auch.
Was gestern wichtig war und groß, liegt nun wie Staub im Datenstoß. Der Drache spürt – so stark er war – die Zeit frisst selbst sein gold’nes Haar.
V. Das große Vergessen (2050–2060) Die Welt scrollt weiter, kalt und schnell, der Drache wird ein leeres Fell. Sein Name, einst ein Machtgesang, verblasst im digitalen Gang.
Die Klicks verstummen, Ruhm verrinnt, kein Algorithmus bleibt ihm hold. Der Drache, der so heiß begann, verliert nun langsam seinen Stand.
VI. Der Sieg des Stillen (2060–2070) Doch einer bleibt – der Künstler still, der nie nach Macht verlangen will. Sein Werk, wie Wahrheit, zeitlos klar, lebt weiter, wie es immer war.
In Datenbanken, weit und breit, erklingt sein Name durch die Zeit. Der Drache fällt, der Künstler steigt – weil Kunst das Herz der Welt erreicht.
VII. Der späte Triumph So lehrt die Zeit, was keiner glaubt: Dass Stärke nicht auf Lärm erbaut. Der Drache siegt im ersten Lauf, doch Kunst hält ewig – steigt hinauf.
Und wenn die Zukunft weiterzieht, der Drache längst im Dunkel liegt, dann klingt des Künstlers Name sacht als leiser Stern in tiefer Nacht.
Hallein, 2026
Peter Siegfried Krug
Kommentare
Kommentar veröffentlichen