Der Schreiwettbewerb

 

Der Schreiwettbewerb 

Im Reich der Promoter, weit und fern, wo Funken flogen wie ein Stern, da rief das Volk nach Klang und Macht— und weckte so die alte Schlacht.

Die Berge bebten, Täler sangen, als Stimmen durch die Lüfte drangen. Ein Wettstreit hob sich donnergleich, so laut, als würd’ die Welt zugleich in Feuer, Wind und Sturm zerfallen, nur um den Sieger laut zu hallen.

Der Laute

Hoch oben stand der Laute, stolz und kühn, sein Ruf durchdrang das Himmelsblühn. Er schwang die Worte wie ein Schwert, das Funken schlägt, wenn’s niederfährt.

Er pries den Glanz, den schnellen Sieg, den Lauf der Welt, den großen Krieg um Ruhm, um Macht, um helles Licht— doch Wahrheit war’s und Tiefe nicht.

Der Händler

Dann trat der Händler in den Kreis, sein Mantel schwer, sein Blick aus Eis. Er rief von Brot, von Wein, von Land, von Reichtum, der in seiner Hand wie flüssiges Metall sich bog, wenn er die Menge mit sich zog.

Er schrie von Fülle, Überfluss, von jedem Kauf ein neuer Kuss. Die Menge jubelte ihm zu— doch Wahrheit fand sie keine Ruh.

Der Hüter

Der Hüter trat mit ernster Miene, sein Wort war schwer wie alte Steine. Er sprach von Schuld, von Pflicht, von Zeit, von Wegen durch die Dunkelheit.

Sein Ruf war nicht aus Gold gemacht, doch trug er Würde, alte Macht. Er sprach von Ordnung, still und klar, von dem, was einst gewesen war.

Der Stille

Doch fern vom Kreis, im unsichtbaren Rand, wo kaum ein Funke Feuer fand, da saß der Stille, tief versenkt, in das, was niemand heut’ mehr schenkt:

Geduld. Erinnerung. Gewissen.

Er schrieb von Wunden alter Tage, von Menschen, die im Dunkel lagen. Er schrieb, damit die Wahrheit bliebe, wenn längst verglüht die lauten Triebe.

Sein Wort war leise, doch es trug den Atem eines alten Zug, der durch die Zeiten weiterweht, wenn jedes Banner längst verweht.

V. Der Ausgang

Die Jahre rollten wie ein Meer, das kommt und geht und kommt nicht mehr. Die Schreie starben, einer nach dem andern, verhallten in den leeren Landen.

Die Türme fielen, Märkte brachen, die lauten Stimmen wurden schwacher. Doch in den Hallen tief und alt bewahrte man des Stillen Wald


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Der Schreiwettbewerb

Im Tal der Stimmen, weit und breit, da tobte einst zur lauten Zeit ein Wettstreit, der die Lüfte füllte— ein Schrei, der durch die Jahre brüllte.

Der Erste, der Laute, hoch im Turm, ließ täglich kreisen seinen Sturm. Er rief von Gold und schnellen Wegen, von Macht, von Zahlen, Markt und Segen.

Der Zweite, der Händler, stark im Land, schwang seine Fahnen, hell gebrannt. Er pries den Duft von Korn und Wein, und wollte stets der Größte sein.

Der Dritte, der Hüter, ernst und alt, sprach Worte schwer wie Winterwald. Er sang von Pflicht, von stillen Wegen, von Schuld, von Trost, von Gottes Segen.

Doch fern vom Markt, im Abseits -raum, wo keiner jubelt, keiner kaum, da saß der Vierte, der Stille, leis, und schrieb sein Wort wie reinen Kreis.

Er schrieb von Wunden alter Zeit, von Dunkelheit und Menschlichkeit. Er schrieb, damit die Wahrheit bliebe, wenn längst verstummt die lauten Triebe.

Die Jahre rollten wie ein Rad, der Lärm verging, wie Lärm es tat. Die Türme fielen, Banner sanken, die Märkte wechselten die Ranken.

Doch in den Archiven, tief und klar, da lebt des Stillen leises Jahr. Sein Wort, das keiner laut vernahm, wird bleiben, wenn der Rest verrann.

So endet dieser Wettgesang: Der Schrei war kurz, das Echo lang. Und was im Flüstern einst begann, trägt weiter, wenn kein Schrei mehr kann.


Der Schreiwettbewerb

Im Reich der Stimmen, weit und breit, wo Funken stoben wie ein Streit, da rief das Volk nach Klang und Macht – und weckte so die alte Schlacht.

Die Berge bebten, Täler sangen, als Stimmen durch die Lüfte drangen. Ein Wettstreit hob sich, donnergleich, als sollte diese Welt zugleich in Feuer, Sturm und Lärm zerfallen, nur um den lautsten Schrei zu hallen.

Der Laute Hoch auf dem Turm stand der Laute, stolz und kühn, sein Ruf durchschnitt das Himmelsblau wie Stahl. Er schwang die Worte wie ein Schwert, das Funken schlägt, und pries den schnellen Sieg, den Glanz, den grellen Strahl. Von Macht und Ruhm und hellem Licht sprach er – doch Wahrheit lag nicht in seinem Schrei.

Der Händler Dann trat der Händler in den Kreis, mit schwerem Mantel, Blick aus Eis. Er rief von Brot und Wein und Gold, von Reichtum, der sich biegt und biegt, von jedem Kauf ein neuer Kuss, von Überfluss, der nie versiegt. Die Menge jubelte ihm zu – doch keine Seele fand darin Ruh.

Der Hüter Der Hüter kam mit ernster Miene, schwer wie alte Steine. Er sprach von Pflicht und Schuld und Zeit, von Wegen durch die Dunkelheit, von Ordnung, still und klar und kalt, von dem, was einst gewesen war. Sein Wort war nicht aus Gold gemacht, doch trug es Würde, alt und sacht.

Der Stille Doch fern vom Kreis, im Schattenrand, wo kaum ein Funke Feuer fand, da saß der Stille, tief versenkt in das, was heute keiner mehr bedenkt:

Geduld. Erinnerung. Gewissen. Er schrieb von Wunden alter Tage, von Menschen, die im Dunkel lagen, von Menschlichkeit und stiller Klage.

Sein Wort war leise, doch es trug den Atem eines alten Zuges, der durch die Zeiten weiterweht, wenn alle lauten Fahnen fallen.

Die Jahre rollten wie ein Meer, das kommt und geht und kehrt nicht mehr. Die Schreie starben einer nach dem andern, verhallten in den leeren Landen.

Die Türme stürzten, Märkte brachen, die lauten Stimmen wurden schwach. Doch in den tiefen, stillen Hallen bewahrte man des Stillen Schriften.

So endet dieser Wettgesang: Der Schrei war kurz, das Echo lang. Was laut begann, verweht im Wind – was leise war, das bleibt und singt.

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