Vigna Clara by Gabriella Merolli Cipriani
Vigna Clara
by Gabriella Merolli Cipriani
Casa Editrice "Le Muse"
Via Della Balduina, 128
ROMA
- Exclusivity: Vigna Clara is stylized as "Rome’s last, richest gift" and a "new jewel."
- Nature vs. Modernity: A fusion of garden-city idyll (pines, meadows, valleys) and modern luxury (pools, villas).
- The "Dolce Vita": A portrayal of a carefree lifestyle filled with parties, dancing, and romance.
- The Discovery of "Terra Incognita": Initially just a "strange name," Vigna Clara represents the "new territory" for the Roman elite of the early 1960s—a bold project on the drawing board turned into reality.
- The Aesthetics of Wealth: Swimming pools are described as "large blue eyes wide open to the sky," while nighttime traffic is romanticized as "fireflies," symbolizing the positive embrace of modernization and the "Italian Economic Boom."
- The Alchemy of Concrete: Cipriani transforms the harsh reality of construction sites into something noble, comparing raw beams to "diamond spires" and "colonnades." It is an attempt to tame the chaos of expansion by framing it as a glorious future.
- National Reconstruction: The presence of the Tricolore flag on new rooftops symbolizes the victory of labor and the pride of post-war rebuilding.
- The "Great Nest": Psychologically, the district is viewed as a "nest of a thousand nests"—a safe haven for the upper class, marking the beginning of a "gated community" mentality in Rome.
- Eugenics of Prosperity: The poem glorifies fertility, equating pregnant women with the sun-drenched district. This reflects the traditional gender roles of the time: the man builds, the woman brings life and continuity to the new space.
- Aesthetics of Purity: By emphasizing materials like glass, crystals, and light, Cipriani expresses a psychological desire for transparency and a clean break from the "dark" past of the war.
- Mosaics & Crystals: Symbols of high Italian design (Ponti, Nervi).
- Engine Hum: Not perceived as noise, but as the "pulse" of a waking city.
- Green Curtains: The ultimate value placed on bourgeois privacy.
- Die Exklusivität: Vigna Clara wird als „letztes, reichstes Geschenk Roms“ und „neues Juwel“ stilisiert.
- Natur vs. Moderne: Die Verbindung von Gartenstadt-Idyll (Pinien, Wiesen, Täler) und modernem Luxus (Pools, Villen).
- Das „Dolce Vita“: Die Darstellung eines sorglosen Lebensstils mit Festen, Tanz und Romantik.
"Eri per me soltanto / un nome strano, / e non speravo vederti da vicino, / Vigna Clara, / avventurata terra...!"
- Analyse: Hier wird das Gefühl der frühen 1960er Jahre deutlich: Vigna Clara war für viele Römer aus dem Zentrum noch ein „seltsamer Name“ – ein Projekt auf dem Reißbrett. Die Bezeichnung „avventurata terra“ (begnadetes/abenteuerliches Land) zeigt die Aufbruchstimmung. Es war das „Neuland“ für die Elite.
"le piscine / sono grandi occhi azzurri / spalancati sul cielo (...) Alla sera le limpide acque / son colorate da luci fiabesche."
- Analyse: Die Metapher der Pools als „große blaue Augen“ ist wegweisend. In den frühen 60ern war ein privater Pool in einem Wohnkomplex der Inbegriff des amerikanischen Traums, der nun in Rom Einzug hielt. Die „märchenhaften Lichter“ am Abend unterstreichen den künstlich geschaffenen Luxus, der sich von den dunklen Gassen der Altstadt abhob.
"Le macchine che passano / sono lucciole / che in su e in giú / si rincorrono."
- Analyse: Die Autos werden als „Glühwürmchen“ romantisiert. In der Zeit des italienischen Wirtschaftswunders (Boom economico) war das Auto nicht nur Fortbewegungsmittel, sondern Statussymbol. Dass der Verkehr als ästhetisches Spiel wahrgenommen wird, zeigt die positive Einstellung zur beginnenden Motorisierung und Modernisierung.
- Nachwirkungen von Olympia 1960: Als Cipriani das Gedicht schrieb, war die Infrastruktur (Corso Francia, Ponte Flaminio) gerade erst fertiggestellt. Vigna Clara war die direkte Antwort auf den Platzmangel für die neue Oberschicht.
- Die „Borghesia“ zieht um: Das Gedicht erwähnt Freunde, die „über den Fluss“ (den Tiber) gezogen sind. Dies beschreibt die soziale Migration: Wer es geschafft hatte, verließ das überfüllte Zentrum und zog in den Norden.
- Die Architektur der „Palazzine“: Die Erwähnung der „tausend Fenster und Balkone“ bezieht sich auf den neuen Bautyp der Palazzina – luxuriöse, freistehende Mehrfamilienhäuser mit großen Terrassen, die für Vigna Clara prägend wurden.
- Ein verlorenes Paradies: Cipriani vergleicht den Bezirk mit dem „Garten Eden“. Historisch gesehen war dies der letzte Moment, in dem Vigna Clara noch als „grüne Lunge“ wahrgenommen wurde, bevor die massive Nachverdichtung der späten 60er Jahre das Viertel kompakter machte.
Stelle: „Fra le impalcature delle costruzioni, / (...) i nudi travi / tramuta / in guglie e colonnati / di diamante...“
- Kulturhistorische Analyse: Diese Passage ist ein Dokument des italienischen Neorealismus, der hier in einen ästhetischen Idealismus umschlägt. 1963 war Vigna Clara eine riesige Baustelle. Während Intellektuelle wie Pier Paolo Pasolini die Zerstörung der Landschaft beklagten, sieht Cipriani in den „nackten Balken“ der Rohbaute etwas Edles. Sie vergleicht die modernen Gerüste mit gotischen „Guglie“ (Turmspitzen) und „Colonnati“ (Säulengängen). Das profane Bauen wird zur Errichtung eines neuen Tempels der Moderne verklärt.
- Psychologische Ebene: Es ist der Versuch, den Lärm und den Staub der Expansion zu bändigen, indem man dem Chaos eine Form gibt. Die Baustelle wird nicht als Störung, sondern als Versprechen auf eine glanzvolle Zukunft wahrgenommen.
Stelle: „Su di ogni nuovo tetto / (...) si spiega / una bandiera tricolore: / perché (...) sta a sorgere / un quartiere moderno“
- Kulturhistorische Analyse: Das Hissen der italienischen Flagge auf dem Dachfirst (il tetto) eines Rohbaus ist eine tief verwurzelte Tradition des italienischen Bauhandwerks. Im Kontext von 1963 symbolisiert es jedoch mehr: den nationalen Wiederaufbau. Nach dem Trauma des Faschismus und des Krieges steht der „Tricolore“ hier für den Sieg der Arbeit und den Stolz über das Erreichte. Vigna Clara wird als patriotisches Projekt des Fortschritts gerahmt.
- Historischer Kontext: Die Erwähnung der „nackten Rücken der Arbeiter, gebräunt von der Sonne“ (dorsi nudi scuriti dal sole) erinnert an die massive Binnenmigration der 60er Jahre, als Arbeiter aus dem armen Süden den Norden Roms aufbauten.
Stelle: „Vigna Clara, / fra la verde corona / che cinge le seine spalle, / é come un grande nido / fatto di mille nidi...“
- Psychologische Analyse: Das Bild des „Nests“ (nido) ist zentral. Psychologisch beschreibt es den Wunsch nach Regregression in die Sicherheit. Nach den Jahren der Instabilität sucht die neue Elite Roms Schutz. Vigna Clara ist ein „Nest aus tausend Nestern“ – eine Ansammlung von privaten Rückzugsorten, die sich von der „gefährlichen“ Außenwelt der Großstadt abgrenzen.
- Kulturhistorische Analyse: Dies markiert den Beginn der Gated Community-Mentalität in Rom. Man lebt zwar in der Stadt, aber psychologisch in einer „Isola fatata“ (Feeninsel), wie sie später im Text schreibt.
Stelle: „Ed ogni sposa, / che nel casto seno, / ha accolto / il principio di una nuova vita, / é stupenda...“
- Kulturhistorische Analyse: Das Gedicht endet mit einer fast religiösen Verherrlichung der Fruchtbarkeit. Die schwangere Frau wird mit dem sonnenbeschienenen Stadtteil gleichgesetzt. Dies spiegelt das gesellschaftliche Rollenbild der frühen 60er wider: Der Mann baut (die Arbeiter an der Maschine), die Frau belebt den neuen Raum und sichert die Kontinuität.
- Psychologische Ebene: Hier zeigt sich ein extremer Optimismus. Die „neue Kraft“ des Viertels wird biologisch untermauert. Vigna Clara ist nicht nur Stein, sondern ein lebendiger Organismus, der sich durch die Kinder (die „Engel der Erde“) reproduziert.
- Mosaike & Kristalle: Ausdruck des neuen italienischen Designs (Ponti, Nervi).
- Das Brummen der Motoren: Kein Lärm, sondern der „Puls“ einer erwachenden Stadt.
- Die grünen Vorhänge: Privatsphäre als höchstes Gut der Bourgeoisie.
Verse: „...e, quel che piú l`accetta, / in nuova sorgente di luce trasforma...! / (...) I mosaici, i vetri, / e i tersi cristalli“ (aus dem Kontext des Glanzes).
- Historischer Kontext: In den frühen 60ern erlebte die Architektur in Rom eine Revolution der Materialien. Statt schwerem, dunklem Tuffstein nutzte man in Vigna Clara Glas (Cristalli), Stahl und hellem Travertin.
- Psychologische Analyse: Cipriani beschreibt eine Form der „Veredelung“. Die Sonne macht die Gebäude nicht nur sichtbar, sondern die Gebäude werden selbst zu Lichtquellen. Psychologisch spiegelt dies den Wunsch nach Transparenz und Reinheit wider – eine Abkehr von der düsteren, „schmutzigen“ Vergangenheit des Krieges hin zu einer strahlenden, sauberen Moderne.
Verse: „...un quadro / che nessuna mano d`artista / saprá mai ritrarre.“
- Kulturhistorische Bedeutung: Cipriani erhebt die Stadtplanung von Vigna Clara über die klassische Kunst. In einer Stadt wie Rom, die vom Barock und der Renaissance (Michelangelo, Raffael) dominiert wird, ist das eine gewagte Behauptung. Sie sagt: Die moderne Lebensrealität in Vigna Clara ist schöner als jede Leinwand im Vatikan.
- Psychologie: Hier zeigt sich der Narzissmus der neuen Bourgeoisie. Man ist so stolz auf den eigenen Lebensraum, dass man ihn für „unmalbar“ und göttlich inspiriert hält. Es ist die totale Identifikation mit dem Prestige des Wohnorts.
Verse: „Le finestre, / le terrazze (...) assomigliano a quelle canestre / traboccanti di petali multicolori, / che mani innocenti / offrono al Signore...“
- Historischer Kontext: Die „Festa del Corpus Domini“ (Fronleichnam) mit ihren Blumenteppichen ist eine tiefe italienische Tradition. Cipriani überträgt dieses Bild auf die bepflanzten Balkone von Vigna Clara.
- Psychologische Analyse: Der private Luxus (die Blumen auf dem eigenen Balkon) wird moralisch gerechtfertigt. Er wird als „Opfergabe an Gott“ umgedeutet. Das psychologische Bedürfnis ist hier die Absolution: Der Reichtum soll nicht egoistisch wirken, sondern als Zeichen einer gottgefälligen, geordneten Lebensführung.
Verse: „Nuovi volatili strani / tracciando striscie bianche lunghissime, / gli aerei talvolta (...) e i bimbi danno gridi / di stupore e di gioia“
- Historischer Kontext: 1961 wurde der Flughafen Fiumicino eröffnet. Flugzeuge, die über Rom kreisten, waren damals Symbole für den internationalen Anschluss Italiens, den Jetset und die Freiheit. Das „Düsenzeitalter“ begann.
- Psychologische Analyse: Während wir heute Fluglärm als Belastung empfinden, ist er bei Cipriani ein Grund zur Freude. Die Kinder grüßen die Flugzeuge. Psychologisch steht das Flugzeug für den Aufstiegswillen. Es verbindet das kleine, behütete „Nest“ Vigna Clara mit der weiten Welt. Es herrscht eine absolute Technikgläubigkeit und die Abwesenheit von Angst vor dem Fortschritt.
Verse: „...per qualche istante / si ferma e tace quel fremito lieve. / Allora / volano piú basse le rondini...“
- Historischer/Psychologischer Kontext: Dieser Moment der Stille zwischen dem „Brummen der Motoren“ und dem Abend zeigt die Sehnsucht nach dem idyllischen Arkadien. Cipriani versucht verzweifelt, die moderne Stadt mit der antiken Natur (Schwalben, Wind vom Meer) zu versöhnen. Es ist der psychologische Versuch, den „lärmenden Fortschritt“ zu bändigen und zu beweisen, dass man in Vigna Clara beides haben kann: Den Puls der Stadt und den Frieden des Landes.
Ciprianis Text ist eine Apotheose (Vergöttlichung) des neuen Roms. Historisch gesehen ist es das letzte Dokument einer ungebrochenen Euphorie, bevor 1968 die gesellschaftlichen Unruhen und die Kritik an der rücksichtslosen Urbanisierung die Stimmung in Italien kippten.
- Psychologische Deutung: Ihr Gedicht ist die totale Befreiung von dieser Schwere. Während sie in der Werkstatt Stoffe näht, träumt sie von „Kristallen“, „Glas“ und „Diamanten“. Vigna Clara ist für sie ein idealer Körper – sauber, transparent und lichtdurchflutet. Die Baustelle, die sie als „Guglie di diamante“ (Diamantspitzen) beschreibt, ist die psychologische Umwandlung von harter Arbeit in ästhetische Schwerelosigkeit.
- Psychologische Deutung: Die Besessenheit vom Licht („torrenti di luce“, „nuova sorgente“) ist ein klassischer Mechanismus der Todesverarbeitung. Wenn der eigene Körper zerfällt und „dunkel“ wird, projiziert die Psyche das Überleben in eine strahlende, neue Umgebung. Vigna Clara wird zum „Garten Eden“ und zur „Città Nuova“ – Begriffe, die eher aus der religiösen Jenseitsvorstellung stammen als aus der Stadtplanung. Sie baut sich im Gedicht eine Stadt, in der es keinen Verfall gibt.
- Psychologische Deutung: Der Wunsch nach Sicherheit („rifugio ai travagli del giorno“) spiegelt ihre eigene Überlastung wider. Eine Frau, die 13 Kinder in einer Stadtwohnung im 4. Stock großzieht, sehnt sich nach dem „Isola fatata“ (Feeninsel). Das Gedicht ist eine Wunsch-Erfüllungs-Phantasie: Ein Ort, an dem Kinder „wie Engel“ spielen und die Mütter „schön wie Rosen“ sind, weit weg von der Erschöpfung des Alltags und dem Lärm der Nähmaschinen.
- Psychologische Deutung: Das Gedicht ist der Ort, an dem sie diese beiden Welten versöhnt. Sie nutzt das „dichterische Erbe“ ihres Vaters, um die „materielle Welt“ ihres Mannes (Häuser, Kräne, Bauarbeiter) zu adeln. Wenn sie schreibt, dass die nackten Balken der Baustellen zu „Diamantspitzen“ werden, dann heiligt sie damit auch ihre eigene harte Arbeit. Es ist eine Apotheose des Machens: Alles, was gebaut wird (Häuser wie Kinder), ist göttlich.
- Psychologische Deutung: Gabriella spürt, dass sie dieses „Paradies“ verlassen muss („Oasi troppo breve / (...) che forse un giorno dovró lasciare“). Vigna Clara ist für sie kein Immobilienprojekt, sondern ein Symbol für die Unsterblichkeit. Dass ihre Tochter Lucia Nadia später tatsächlich als Künstlerin den Weg der Freiheit und Schönheit weiterging, ist die reale Erfüllung von Gabriellas poetischem Traum.
Roma 1963
Vigna Clara (Gabriella Merolli Cipriani)
"Alla diletta Maria Letizia perché il piú caro ricordo in lei riviva".
Molte volte i nostri amici
che sie erano trasferiti
al di lá del fiume
ci avevano detto:
"Venite anche voi
a Vigna Clara.
Questo luogo
é davvero
incantevole e bello,
ed é piacevole viverci".
Vigna Clara era lá,
proprio davanti a noi,
ma era lontana, lontana,
ravvolta in un velo azzurrino,
Le cose che sono
coi belle e lontane
da non poter pensare
di averle mai,
non si desiderano nemmeno.
Eri per me soltanto
un nome strano,
e non speravo vederti da vicino,
Vigna Clara,
avventurata terra...!
Io non sapevo ancora
quale tesoro
di fascino regale
in the si serra,
quanta malía
con prodigia grazia diffondi.
Tu di Roma l`ultimo dono,
il piú ricco, il piú pregiato
nuovo gioello.
---
L`amena, piccola valle
che su questa contrada
un tal respiro
di fresche aure riversa,
é come la valle dell`Eden,
come un lembo
di quel paradiso perduto,
che dal divin perdono
sia stato
reso ai mortali.
Nel verde grembo accoglie
un tacito, suadente richiamo :
l`unviolato arcano
di cose smarrite nell`oblìo
di cose sconosciute ancora,
a lungo cercate invano.
A Vigna Clara
vi sono mille finestre,
mille balconi tutti in fiore;
ogni terrazza
é un`odorosa aiola :
i prati solattii
profumano di pini e d`erba.
Nel segreto dei parchi meravigliosi
le piscine
sono grandi occhi azzurri
spalancati sul cielo:
le fini ghiaie come perle scintillano,
ove il sole trapassa
le ombre dei rami annosi.
Alla sera le limpide acque
son colorate da luci fiabesche.
Quando a Vigna Clara
sorge la luna,
é grande e rossa
come un disco di fuoco,
circonfusa di tenui vapori.
Il velo sottile della nebbia
é trapunto d`oro.
I piccoli paesi
fanno brulicare di scintille
le pendici dei monti
digradanti nella lontananza,
quasi perduti nel buio.
Le macchine che passano
sono lucciole
che in su e in giú
si rincorrono.
Poi che la luna
s`avanza un poco,
i contorni delle cose delinea,
e una parte di cielo
dolcemente chiarisce.
Le terrazze,
disegnate dalla luce lunare,
e illuminate
da leggiardri fanali,
sono talora popolate di ombre.
Qui giovani e fanciulle,
insieme riuniti,
in giochi e danze
trascorron l´ore.
Lá una coppia
di fidanzati o di sposi
appartati
si sussurrano
parole d`amore:
e a quel casto chiaror l`innamorato
un bacio affida...
Nei giardini asili di frescura,
nelle verande,
nelle ampie, trasparenti sale,
le famiglie intorno alle mense si adunano.
Vedi, dalle case,
lo splendore delle luci accese,
odi il tintinnìo delle stoviglie,
il brusío dei passi e delle voci,
misto al smmesso
mormoorío delle fronde :
e dei conviti
e delle liete feste
l`eco ti giunge.
La notte profonda
quindi ogni voce,
ogni rumore spegne.
Regna, all`intorno,
una pace infinita.
Vigna Clara é soltanto
una visione oscura
in un alone di candore...
...............
Migrano le stelle nei cieli,
la luna giá declina...
Sul declivio
della mite collina,
l`una vicino all`altra,
quiete riopsano
le case addormentate.
Su di una terrazza,
rischiarata dalle pallide stelle,
e dalla luna cadente,
é dolce sognare...
E`dolce anche vegliare,
respirando
l`alito del vento:
aspettare, aspettare
ció che ancor s`ignora;
e ricordare...
ricordare ancora,
ció che non sará mai piú...
...finché una nuova magia
mette in fuga
l`incantesimo della notte.
L`alba dirada le tenebre
nell`alto cielo:
e la tenue fascia di nebbie
che copre gli orizzonti
apre a oriente.
...................
A Vigna Clara,
quando sorge il sole,
tutto é uno spendore
di rosa e d`oro.
I mosaici, i vetri,
e i tersi cristalli
di cui le case
sono rivestite e adorne,
mandano riflessi
come di vivide fiamme.
Fra le impalcature delle costruzioni,
umide di rufiada,
- quasi irreali
resti di selve
dai fusti inariditi -
strana, evanescente,
l`aurea luce piove:
e i nudi travi
tramuta
in guglie e colonnati
di diamente...
Il rombo dei motori
giá vibra
nell`aria mattutina:
é il primo palpito
della cittá che si desta.
Ecco, il sole si leva;
dal limpido cielo
dardeggia
e spande il suo fulgore.
E subito inizia,
il fervore
delle opere umane.
Dalle vie consolari il transito,
dai cantieri
il cupo rumore
delle sravatrici,
il lieve fruscío
delle gru possenti,
si uniscono alle voci
e ai canti degli operai
che lavorano assiduamente
coi dorsi nudi
scuriti dal sole.
Su di ogni nuovo tetto
alta, levata al vento,
si spiega
una bandiera tricolore:
perché di fronte a Vigna Clara
ed all`intorno
sta a sorgere
un partiere moderno,
popoloso e vasto...
Vigna Clara,
fra la verde corona
che cinge le sue spalle,
é come un grande nido
fatto di mille nidi...
...............
Qui, liberi
come gli uccelli,
crescono tanti bambini.
I bambini sono
gli angeli della terra,
la gioia,
il sorriso del creato.
E questa é la loro
isola fatata,
il loro regno,
como d`innocenti delizie.
Per le terrazze corrono
cosí svelti e leggeri,
che sembra ad essi
manchino solo
ali per volare.
In lieti gruppi stanno:
giocano
negli spaziosi giardini
e si dondolano
sulle altalene.
I piccolini
riposano nelle carrazzine,
in qualche angolo d`ombra
dietro il velo
di gelose corine candide.
Le giovani donne
passano
recandosi per mano i figli:
belle come rose
circondate da teneri bioccioli:
come freschi virgulti
che di nuove gemme s`ingemmano,
al tepore del fulgente Aprile.
Ed ogni sposa,
che nel casto seno,
ha accolto
il principio di una nuova vita,
é stupenda,
é radiosa,
come é Vigna Clara
quando, in un giorno sereno
la bacia il sole...
..............
Il sole, che sul mondo getta
torrenti di luce
nel diurno suo cammino,
ogni coas riscald e abbraccia,
e, quel che piú l`accetta,
in nuova sorgente di luce trasforma...!
Sotto gli intensi
bagliori del giorno
Vigna Clara
si rallegra,
si rischiara,
ad ora ad ora si fa piú bella,
si ravviva
e si rinnovella.
Ogni angolo,
ogni tetto,
ogni via,
é un quadro
di tinte varie, delicate,
scintillanti,
specchianti un luminoso,
tenero ardore:
un quadro
che nessuna mano d`artista
saprá mai ritrarre.
Le finestre,
le terrazze e i ridenti balconi,
assomigliano a quelle canestre
traboccanti di petali multicolori,
che mani innocenti
offrono al Signore,
nel giorno sacro
al Dono dell`Amore.
Ed ad ora ad ora, un dolce vento
si muove intorno:
spira dai monti,
vien su dal mare,
ampio, aperto sul piano,
al di lá degli ondeggianti colli.
Soltanto
presso al tramonto,
per qualche istante
si ferma e tace quel fremito lieve.
Allora
volano piú basse le rondini
e piú gaie cinguettano,
Nuovi volatili strani
tracciando striscie bianche lunghissime,
gli aerei talvolta,
sorvolano la zona a grandi altezze
o a volo radente si abbassano:
e i bimbi danno gridi
di stupore e di gioia
e in cenni di saluto agitano
le piccole mani.
....
E Vigna Clara
via via si trasfigura,
ché piú soavemente
il diffuso lucore la circonda...
Sovente appare
come velata da un dorato nembo
che le cade dall`alto:
da quella veste,
appena ancor traspare...
Quando il sole
lento discende,
e ad altri lidi volge,
d`inusata purità l`inonda...
Da Monte Mario,
sul cieolo diafano,
si stagliano le sagome brune
dei cipressi e dei pini,
delle gru e delle antenne,
dei palazzi
antichi e nuovi.
A Ponte Flaminio
e a Ponte Milvio
l`aria chiara, e le fiorite rive,
nelle fluenti
acque del Tevere
versano
tutti i colori dell`iride.
In quell`ora divina,
che porta la nostalgia
l`anima mia
intende cose
che non sa ridire.
Intende il sacro, sovrumano invito
per cui prostrati adoriamo
Colui che in modo mirabile
ha dipinto il cielo,
e sulla terra
fra tremare d`amore
i cuori degli uomini.
In quell`ora
in cui é facile pregare
a un timido rintocco di campana,
nello spazio terso, cristallino,
sembra vibrare
anche una voce acrcana:
Seite 18
a chi aspetta ed ascolta,
parla sovrana
parole di poesia...
"Venite, anime amanti,
a Vigna Clara,
quando tramonta il sole!
Alzate gli occhi
al prodigioso colle,
che domina e protegge
questo luogo transqullo,
rifugio ai travagli del giorno.
Lá é un mare di fuoco,
che tutto vivifica ed accende;
su pareti di specchio si rifrange
e per l`attonito, trascolorato
etere effonde
del suo raggio l`estrema
carezza prestigiosa.
Tra lembi di luminose nubi,
dinanzi a infinite
trasparenze celesti,
l`immagine della Santa Vergome.
vestita d`oro,
alta nella luce
del sole morente,
benedice la cittá immensa
percorsa da vampe d`incendio...
............
Mentre la sera
stende il suo gigio velo:
incenerisce gli ultimi
guizzi fiammanti;
le ultime strìe di rosa
dai leggeri
cirri vaganti
scolora a poco a poco:
venite
sulle rive del fiume,
venite a contemplare
come splende di stelle
la via
che conduce a Vigna Clara ...!"
Sono stelle
cadute
dalla volta profonda
o sbocciate dai margini erbosi
le lampade
che nelle acque si cullano,
che fiancheggiano i larghi viali
ed il Corso di Francia,
simili a margherite
aperte sui lunghi steli...
.............
La statua di Maria, in cima al poggio,
luce, che sulle luci innumerabili
della cittá s`innalza
contro l`oscurità che viene,
anchèssa
è diventata una stella:
è l`ultima stella
postata al limite dell`orizzonte,
ove la terra
al cielo si congiunge...
Vigna Clara,
adagiata sul pendio,
velatea di veli eterei,
è quasi immersa
in un placido lago
di perla e di viola:
costellata di lumi
sempre piú risplendenti,
man mano che s`addensa
la notturna ombra turchina:
sotto un materno invisibile sguardo,
sembra prepararsi a entrare
in un mondo di sogni,
ed a sognare dolcemente invita...
Ho veduto, dal mio balcone,
limpide sere,
e notti meravigliose...
Ma nessuna notte
é cosí piena d`incanti
come la notte di San Lorenzo,
nessuna cosí fantastica
come la notte di San Silvestro
a Vigna Clara:
una pioggia di stelle
che lenta dall`altro cade...
e una vertigine di mille
e mille razzi di brucianti scintille
che si slanciano verso l`alto
e invadono il cielo....!
In tanta ampiezza,
che il mio sguardo abbraccia
come in un`estasi
vorrei vederle ancora...
............
Sulla via Flmainia,
davanti alla vasta
campagna verdeggiante
e alla pineta
che dalle ultime case dei Parioli
si estende sino
alle rive del Tevere,
sorge una piccola chiesa
ove sovente
ho prgato con fede.
Le sure mura
sono fresche e vivaci,
l`aria d`intorno
é odorosa
di calce e di comento:
ma i sacerdoti
Seite 22
che passano nel tempio,
traversando il portico
ombreggiato di rose,
raccolti in un silenzio austero:
le donne che pregano,
in ginocchio nei banchi:
sembrano figure antiche.
Lá un giorno
ho udito una voce
che annunciava un mistero:
"Nel sangue di Cristo Crocifisso
fu lavata la terra,
il suo Sangue
ha lavato
l`anima di ogni uomo.
Le anime in Lui credenti,
a Lui fedeli,
rivestite della sua grazia,
sono più bianche della neve,
più lucenti del sole,
sono più fulgide degli astri
che illuminano gli abissi
degli spazii senza confine"<
Ho detto al mio cuore:
"Anche questa terra beata,
che lèstate nascente
adorna di rose
e di scarlatti fiori,
é stata benedetta da Lui,
rinnovata
e rigenerata dal Suo Sangue.
Questa terra, favorita dal Cielo
anche a me è diletta !
Per arrivare fin qui
io ho sofferto tanto,
e molte cose ho dovuto lasciare,
ma quel che ho trovato
ha sorpassato la mia speranza !
Questa é stata per me
come una prova
di ciò che deve avvenire:
deööa Cittá Nuova
che i nostri occhi vedranno"
......
E´così bella Vigna Clara,
che ogni giorno,
ogni sera, al vederla
provo ancora un momento
di meraviglia, o forse
di smarrimento....
Colori magnifici, e sempre diversi,
per sfumature inafferrabili....
Altre gru, altri pinnacoli di legno,
altre bandiere;
sempre nuovo fervore
di vita che sorge...
Gli abitanti sono, in parte, nativi del luogo
(rammentano una squallida, solitaria campagna)
in parte sono venuti
dalle circostanti regioni,
o da regioni lontane:
sono stranierei alcuni,
ed hanno vailcato
le distese degli oceani
per avere qui una casa.
Parlano essi perciò con diverso accento:
ma sembrano talvolta,
a n modo stesso,
nel volger dello sguardo,
avere impresso un senso di stupore:
o soffermarsi come
ad ascoltare assorti,
l`eco sommessa di una voce
che a loro ha parlato.
E`forse quella
che ho sentito anch`io,
voce silente
che varca i cieli eccelsi,
per gli spazii immensi si dilata:
indicibile armonia della Bellezza,
che è stata creata da Dio,
e, come un cnatico di lode
dall`universo
a Lui s`innalza!
Ii qzu oer sempre
vorrei restare...
Questo luogo mi ha dato
dei giorni felici.
Ho avuto anch`io
una piccola casa
con delle grandi terrazze
di lucida maiolica,
ornate di gerani in fiore:
ove i bambini
corrono gioiosi, simili ad angeli:
vorrebberio librarsi
verso il sole !
E`tanto bello
da non poter durare:
come un`immagine
bellissima e fugace,
che inattesa appare,
e disperdendo gli affanni
di un agitato sonno notturno
l`anima allieta:
ma poi, fra i fluttuanti fantasmi
che si sovrappongono e incazano
subito affonda:
un poco ancor riaffiora:
quindi del tutto si dissolve,
perché il risveglio
pure il vago ricordo
a un tratto estinque...!
Seite 26
Piccolo nido mio,
vicino ai tetti,
caldo di santi affetti,
ove incessantemente
ho contemplato
di Vigna Clara i fascianti aspetti...
Oasi troppo breve
al mio patire,
che forse un giorno
dovró lasciare...
Se anche domani
dovró partire
Vigna Clara per sempre
vivrá nella mia memoria....!
Sará un`altra pagina
fra le pagine incancellabili
dei ricordi miei,
questa, che mute ombre sopite
destó dal fondo dell`anima,
e lievi tracce scolorite
investì di lampi abbalglianti,
e la mente stupida
rivisse il passato...
e dell`ignoto
le angoscie accolse...!
.....
Vigna Clara....
Non tutti i giorni
possono essere sereni...!
Ma tu, che sei cosí bella
nel tuo calmo splendore,
sei bella anche
nella maestà delle tempeste.
Passano allora cosí, e si susseguono
tenebre e sprazzi corruschi,
come, su di un volto mutevole,
pene ed ebbrezze di un segreto amore:
e in quel rapido mutuare
ad ogni istante
di beltá sublime un altro
inconsueto sembiante si svela...!
Quando il cupo grigiore
percorso dalle folgori
si squarcia a tratti,
hanno reflessi incredibli
le nubi e il cielo:
e la luce.
che scende a fasci,
improvvisa
sulle vetrate,
sui tetti lustri di pioggia,
più nitida segna,
dietro la massa
biancheggiante delle case,
la linea pura del colle.
Nuova Cittá, vestita
di purezza solare,
e quasi da un lavacro uscita...!
La tua vista mi si é impressa nell`anima,
a tal punto,
che mai non ti potró dimenticare....
Della tua vita
ho fatto parte anch`io:
io t`appartengo un poco,
tu m`appartieni ormai...
Tanto ti ho amato, e tanto mi sei cara,
come se io avessi letto,
nella tua chiarezza,
una promessa
della Patria futura....
...............
Seite 28
A Vigna Clara,
anche se andró lontano,
fará ritorno il mio pensiero.
Davanti ai miei occhi,
come su un magico schermo,
ripasseranno
nembi squarciati e raggianti,
cespi di fiori
protesi verso l`azzurro,
sorrisi di bimbi felici...
Vedró giardini ombrosi,
prati smaglianti,
clivi dorati
conchiusi e uniti in verdi
Seite 29
seni fragranti...
Vedró
in un manto di sole,
alta regnare
la santa Immagine Materna...
.....
Speranza,
conforto di ogni umano dolore....
dpvimqie amdró, con me sarai !...
E forse ancor, mistico fiore,
darai sollievo ad ogni mio tormento,
al di lá del mio pianto
tu vivrai....
...........
Ma perché questo cielo
accoglie e rende
quanto di lume
dall`altro prende
cosi da far sembrare qui, piú che altrove,
vivido il giorno,
e piú maliosa la notte nel suo pallore?
Ho cercato di farmi spiegare
e non ho potuto capiere:
ma la luminositá,
che é a me d`intorno,
penetra nell`anima mia...
.........
Sei troppo bella, Vigna Clara,
per le tue aurore,
per i tuoi tramonti
che di rossi
bagliori ti accendono...
Sacro é il silenzio
delle tue notti stellate...!
...........
Nel tuo silenzio
mi hai revelato un segreto:
me lo hai sussarato in un sospiro
giunto a me di lontano,
sospeso nell`aria tremante...
Per sempre ricorderó
il dono che mi hai dato,
cosí gentile,
come pura, gradita,
é la brezza che die sfiora...
Per sempre
custodiró il mistero,
che, figura di sogno,
mi hai portato...
............
Nelle notti
di Vigna Clara,
quando, nella tiepida estate,
di stelle
tutto fiorisce il cielo,
e pure la terra
di stelle sembra fiorita:
ogni astro errante
che sul mio capo passa fuggendo,
all`errante mio cuore
una storia mirabile racconta...
...............
Muto era il cielo,
oscura la mia via...
Una stella
dalla scia fulgida
in un attimo solo
solcó il firmamento,
cadde nel buio.
In quel punto,
sull`incerto mio cammino
splendida
una luce rifulse.
Accanto a me,
da plaghe inaccessibli,
era scesa una stella...
...o dal suo portentoso sono la terra
aveva tratto
una rara gemma,
che argenteo candore
in sé chindeva...!
Fino al suolo
m`abbassai per vederla:
mi prostrai per capire
l`offerta
della sua vita breve...
Io l`ho veduta
ed era una gemma lucente.
La sua luce
non poteva morire.
.....
Cosí, come candida e bella
al mio sguardo era apparsa,
lieve disparve nell`ombra...
.............................
Non si era spenta...
Fidata alla possente
forza celeste
che verso l`infinito la guidava,
nel turbine che va per le sidere altezze:
come una face
si era levata
al di lá delle nubi,
al di lá del vento:
fissa volava verso il suo destino.
Io la vedevo ancora,
ancora mi sentivo a lei vicino...
E miriadi di stelle
l`una dall`altra attrate
seguivano
Io sonosciuto sentiero.
Vigna Clara eine deutsche Kurzversion, nur ein kleines Fragment von Peter Krug
Vigna Clara, still am Hügel, von ätherischen Schleiern sacht umhüllt, als lägest du in einem See aus Perle, von Violett und Frieden sanft erfüllt. Die Lichter über deinen Dächern blühen, je tiefer sich die Nacht herniederlegt; ein unsichtbarer Blick scheint dich zu hüten, der dich in Traumgefilden trägt.
Ich sah vom Balkon so viele Abende, so viele Nächte voller Pracht — doch keine glüht wie San Lorenzos Wunder, keine wie Silvesters Feuernacht. Sternregen fällt in goldnen Bahnen, Raketen steigen wie Funkenblumen, und über mir im weiten Himmel möcht ich sie ewig weiter ruhen.
An der Flaminia steht die kleine Kirche, vor Feldern, Pinien, still und rein; oft kniete ich dort tief im Glauben, wo Rosen Schatten weben fein. Die Priester schreiten wie alte Bilder, die Frauen beten, versunken, klar — und eines Tages hörte ich Worte, die mir ein heiliges Rätsel war:
„Im Blut des Gekreuzigten wurde die Erde neu gemacht; weißer als Schnee sind jene Seelen, die Seine Gnade neu entfacht.“
Da sprach ich leise zu meinem Herzen: „Auch diese Erde ist gesegnet hier; ich litt so viel, um herzugelangen — doch was ich fand, war mehr als mir. Ein Vorgeschmack der neuen Stadt, die einst vor unsern Augen steht, ein Zeichen dessen, was noch kommt, wenn Gottes Wille weitergeht.“
So schön bist du, o Vigna Clara, dass täglich neu mein Staunen bricht; Farben wechseln wie flüchtige Träume, und jedes Dach trägt neues Licht. Menschen kommen aus nahen Ländern, aus fernen Meeren, über die Zeit; und doch, in ihren stillen Blicken liegt oft derselbe Hauch von Heiterkeit.
Vielleicht ist’s jene leise Stimme, die auch ich einst im Herzen fand — ein Hauch der Schönheit, göttlich, rein, der wie ein Lobgesang durchs All sich spannt.
Auch ich fand hier ein kleines Heim, mit hellen Fliesen, Geranienblüten, wo Kinder liefen wie lichte Engel, als wollten sie sich zur Sonne hüten.
Doch Schönes währt nicht ewig lange, wie ein Bild, das kurz im Traum erscheint; es hebt die Seele, lindert Sorgen — und sinkt dann wieder, kaum vereint.
Mein kleines Nest, so warm, so nah, ein kurzer Trost in meinem Leid — doch selbst wenn ich einst weiterziehe, bleibst du in mir für alle Zeit.
Nicht jeder Tag kann heiter sein, doch selbst im Sturm bist du erhaben; wie ein Gesicht, das wechselnd glüht in heimlich süßen Liebesgaben. Wenn Blitze durch die Wolken schneiden, erstrahlt der Himmel wundersam; und Licht fällt auf die nassen Dächer wie Gottes letzter Gnadenkamm.
Neue Stadt, in Sonnenreinheit, wie frisch gewaschen stehst du da; du prägst dich tief in meine Seele — vergessen kann ich dich nie mehr.
Und selbst wenn ich in Fernen weile, kehrt mein Gedanke heim zu dir; wie auf ein magisches, stilles Bild tritt alles wieder vor mich hin: die Blumen, Kinder, goldnen Hügel, die Gärten, Wege, voller Duft — und über allem, hoch im Licht, die Muttergottes in der Luft.
Hoffnung, Trost in aller Not — wohin ich gehe, kommst du mit; und wie ein mystischer, stiller Kelch trägst du mein Leid in deinem Schritt.
Zu schön bist du, o Vigna Clara, in Morgenröten, Abendbrand; und heilig ist die Sternennacht, die still auf deinen Hügeln stand.
In deinem Schweigen sprach ein Hauch, ein fernes Wort, ein leiser Sinn; ein Geschenk, so zart wie Sommerwind, das ich für immer in mir bin.
In deinen Nächten, warm und mild, blüht Himmel wie die Erde sacht; und jeder Stern, der über mir flieht, erzählt dem Herzen seine Nacht.
Einst war der Himmel dunkel, stumm, mein Weg verloren, ohne Licht — da fiel ein Stern mit hellem Schweif und brach die Finsternis in Sicht. Vielleicht war’s eine himmlische Gabe, vielleicht ein Edelstein der Nacht — ich sah ihn glänzen, rein und klar, ein Funke, der für immer wacht.
Er sank nicht — nein, er stieg hinauf, getragen von des Himmels Kraft; und wie ein Fackelstrahl im Wind stieg er zu seiner hohen Haft. Ich sah ihn noch, ich fühlte ihn, und viele Sterne folgten sacht dem unbekannten, stillen Pfad hinauf in Gottes weite Nacht.
(29. April 2026)
Kommentare
Kommentar veröffentlichen