Ein Verdingkindwar ein Kind in der Schweiz, das aus armen oder „schwierigen“ Verhältnissen stammte und von den Behörden oft zwangsweise an Bauernfamilien vermittelt wurde. Dort wurden sie meist alsbillige Arbeitskräfteeingesetzt und litten unter harten Lebensbedingungen, Misshandlungen und mangelnder emotionaler Fürsorge.
Die Geschichte der Verdingkinder ist eng mit der Schweizer Sozialgeschichte verknüpft, wobei ähnliche Schicksale unter anderen Namen auch in Österreich und weltweit existierten.
Ursprung und Einführung des Begriffs
Wortherkunft: Das Wort ist ein Determinativkompositum aus dem Stamm des Verbs „verdingen“ (für eine Arbeit gegen Entlohnung oder Kost und Logis vertraglich verpflichten) und dem Substantiv „Kind“.
Einführung: Es gibt keinen einzelnen „Erfinder“. Der Begriff entwickelte sich im 19. Jahrhundert in der Schweiz als offizielle Bezeichnung für Kinder, die im Rahmen des Pflegekinderwesens zur Arbeit bei Bauern oder in Fabriken platziert wurden.
Zeitpunkt: Dokumentiert ist das System der Verdingung massiv ab ca. 1800. In amtlichen Dokumenten und Gesetzestexten des 19. Jahrhunderts wurde es zum Standardbegriff für diese Form der Fremdplatzierung.
Die wichtigsten Fakten im Überblick
Zeitraum: Das System der Verdingung existierte in der Schweiz vom 18. Jahrhundert bis weit ins 20. Jahrhundert hinein (bis ca. in die 1960er/70er Jahre).
Herkunft: Betroffen waren vor allem Waisenkinder, Kinder von Alleinerziehenden, Geschiedenen oder armen, kinderreichen Familien.
Versteigerungen: Bis ins frühe 20. Jahrhundert wurden Kinder teilweise auf öffentlichen Plätzen regelrecht versteigert. Die Pflegefamilie, die den geringsten Betrag (Kostgeld) vom Staat forderte, erhielt das Kind.
Lebensbedingungen: Viele Kinder mussten von früh bis spät schwere körperliche Arbeit leisten, hatten kaum Zugang zu Bildung und erfuhren oft körperliche, seelische oder sexuelle Gewalt.
Aufarbeitung heute
Lange Zeit war dieses Thema ein Tabu in der Schweizer Geschichte. Erst in den letzten Jahrzehnten begann eine umfassende politische und gesellschaftliche Aufarbeitung:
Entschuldigung: 2013 entschuldigte sich die Schweizer Regierung offiziell bei den Betroffenen.
Solidaritätsbeiträge: Seit 2017 haben anerkannte Opfer von „fürsorgerischen Zwangsmassnahmen“ Anspruch auf einen Solidaritätsbeitrag von 25.000 Franken als Zeichen der Anerkennung des erlittenen Unrechts.
Rechtliche Grundlage: Das Bundesgesetz über die Aufarbeitung der fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen (AFZFG) regelt die Wiedergutmachung und wissenschaftliche Untersuchung dieses Kapitels.
Bekannte Verdingkinder weltweit (Schweiz als Ursprung)
Da der spezifische Begriff „Verdingkind“ primär ein Schweizer Phänomen beschreibt, stammen die bekanntesten Persönlichkeiten aus der Schweiz:
Adolf Wölfli (1864–1930): Einer der bedeutendsten Vertreter der „Art Brut“. Er wurde als Kind nach dem Tod seiner Mutter verdingt und litt unter schwerster körperlicher Arbeit und Missbrauch.
Guido Fluri: Der Schweizer Unternehmer und Initiator der „Wiedergutmachungsinitiative“ war selbst ein Heimkind und setzt sich heute massiv für die Aufarbeitung der Verdingkinder-Geschichte ein.
Arthur Honegger (Verdingbub): Nicht zu verwechseln mit dem Komponisten; ein bekannter Zeitzeuge, dessen Berichte wesentlich zur medialen Aufarbeitung beitrugen.
Bekannte Fälle in Österreich
In Österreich wurde der Begriff seltener offiziell verwendet, das Phänomen entsprach jedoch den „Schwabenkindern“ oder den „Kostkindern“:
Schwabenkinder: Bergbauernkinder aus Vorarlberg und Tirol, die saisonal nach Oberschwaben zur Kinderarbeit „verdingt“ (vermittelt) wurden.
Besatzungskinder: Viele Kinder, die nach 1945 geboren wurden, landeten in Pflegeverhältnissen, die strukturell der Verdingung ähnelten.
Zeitzeugen-Berichte: In der modernen Aufarbeitung (z.B. durch den Verein Netzwerk Verdingt) treten immer mehr Betroffene aus Österreich an die Öffentlichkeit, oft jedoch ohne die Prominenz einer Einzelperson, sondern als Teil einer Kollektivgeschichte des Unrechts in Heimen und Pflegefamilien.
Bekannte Fälle in Salzburg
Speziell in Salzburg sind weniger Einzelpersonen namentlich „berühmt“, sondern eher die kollektiven Schicksale im Rahmen der „Zauberbubenprozesse“ und späterer Heimskandale bekannt:
Zauberbuben (17. Jhdt.): Bettelkinder (wie der „Schinderjackl“ Jakob Koller), die oft als „verdingt“ galten, bevor sie in Hexenprozesse hineingezogen wurden.
Heimskandale (20. Jhdt.): In Salzburg gab es eine starke Aufarbeitung rund um Kinderheime (z.B. im Schloss Schernberg oder im Haushaltsschulwesen), wo Kinder faktisch wie Verdingkinder zur Arbeit auf umliegenden Höfen gezwungen wurden.
Elsa Schweizer: In einer bekannten Diplomarbeit/Dokumentation wird ihr Schicksal als Pflegekind in Salzburg beschrieben, das unter Gewalt und Zwangsarbeit litt.
Herta Brigitte Bertel (1943–2024)
Eine Biografie zwischen Entbehrung, Pflicht und Melancholie
Herta Brigitte Bertel wurde am Dienstag, den 21. Dezember 1943, mitten im Zweiten Weltkrieg, als Herta Brigitte Krug in der Stadt Salzburg (Landeskrankenhaus) geboren. Ihr Leben endete über 80 Jahre später, am Freitag, den 12. April 2024, in ihrer Wohnung in der Hellbrunner Straße. Sie hinterlässt das Bild einer ernsten, vom Schicksal gezeichneten Frau, deren Lebensweg beispielhaft für die vergessen Kinder der Nachkriegszeit steht.
Kindheit im Lungau: Das Los des Verdingkindes
Hertas Wurzeln lagen in Lessach im Lungau. Ihre Mutter, Maria Krug, war zeitlebens gehörlos und wurde in der dörflichen Gemeinschaft aufgrund ihrer Behinderung oft als „dumm“ abgestempelt und ausgegrenzt. Als uneheliches Kind einer stigmatisierten Mutter war Hertas Weg vorgezeichnet: Sie verbrachte ihre Kindheit als Verdingkind. Sie wurde bei verschiedenen Bauernfamilien untergebracht, wo sie – fern von mütterlicher Geborgenheit – für Kost und Logis arbeiten musste. Diese frühen Jahre der Heimatlosigkeit und harten Arbeit prägten ihre Erscheinung: Zeitzeugen beschreiben sie als hager, mit tief sitzender Melancholie und einem Gesicht, das nur selten ein Lächeln fand.
Aufstieg im Staatsdienst
Trotz ihrer einfachen Bildung – sie besuchte lediglich die Volksschule und arbeitete zunächst als Hilfsarbeiterin – gelang ihr später der Sprung in ein geregeltes Berufsleben. Nach ihrem Umzug in die Stadt Salzburg fand sie durch Vermittlung eine Anstellung im Gesundheitsamt Salzburg (Anton-Neumayr-Platz). Über Jahrzehnte arbeitete sie dort als gewissenhafte Sekretärin bis zu ihrer Pensionierung. In dieser Zeit verband sie eine tiefe kollegiale Freundschaft mit Josef Mlcak, einer bekannten Salzburger Persönlichkeit des öffentlichen Lebens.
Die Mutterschaft: Peter Siegfried Krug
Am 23. November 1966 brachte Herta unter großen Schmerzen ihren einzigen Sohn, Peter Siegfried Krug, zur Welt. Die Umstände der Zeugung und Geburt blieben ein lebenslanges Trauma: Der leibliche Vater, ein Arzt namens Dr. Peter Strobl, verleugnete die Vaterschaft und riet zur Abtreibung. Herta weigerte sich, gab den Sohn jedoch unmittelbar nach der Geburt in ein Säuglingsheim.
Diese Entscheidung besiegelte eine lebenslange Entfremdung. Peter wuchs in Heimen und bei Pflegeeltern auf, während Herta die Identität des Vaters und damit auch alle Unterhaltsansprüche ihres Sohnes löschte. Die seltenen Begegnungen zwischen Mutter und Sohn waren von Sprachlosigkeit und gegenseitigen Schuldzuweisungen geprägt – ein Kreislauf aus Ablehnung und emotionaler Last, der bis zu ihrem Lebensende nicht durchbrochen werden konnte.
Ehe und späterer Wohlstand
In den 1970er Jahren änderte sich Hertas privates Umfeld. Nach einer kurzen Beziehung mit Siegfried Gmachl lernte sie beim „Bärenwirt“ in Mülln den Mediziner Dr. Michael Bertel kennen. Am 5. August 1977 heirateten die beiden. Michael Bertel wurde für sie zu einem loyalen Partner, der sie bis zu ihrem Tod liebte. Gemeinsam bezogen sie schließlich eine großzügige Eigentumswohnung in der Hellbrunner Straße 7b, was einen scharfen Kontrast zu der Armut ihrer Kindheit und den bescheidenen Anfängen in der Goethestraße darstellte.
Ein stilles Ende
Herta Bertel verstarb am Nachmittag des 12. April 2024. Sie blieb zeitlebens eine Frau, die ihre inneren Wunden unter einer Maske aus Ernsthaftigkeit und Pflichterfüllung verbarg. Während sie im Beruf Anerkennung fand und in ihrer Ehe Sicherheit, blieb die Beziehung zu ihrer eigenen Herkunft und zu ihrem Sohn Peter ein ungelöstes, schmerzvolles Kapitel.
Sie steht stellvertretend für eine Generation von Frauen, die durch das System der Fremdplatzierung und die soziale Enge ihrer Zeit die Fähigkeit verloren hatten, Liebe und Zuneigung ohne die Last der eigenen Vergangenheit weiterzugeben.
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In Österreich wird das Schicksal der Verdingkinder oft unter anderen Begriffen wie „Schwabenkinder“, „Kostkinder“ oder im Rahmen der Aufarbeitung von Heimskandalen thematisiert. Da das System weniger formalisiert war als in der Schweiz, sind individuelle Namen oft erst durch moderne Forschung oder Zeitzeugenberichte (z. B. auf der Plattform Gesichter der Erinnerung) bekannt geworden.
Schwabenkinder (Vorarlberg & Tirol)
Vom 16. Jahrhundert bis ca. 1921 zogen tausende arme Kinder aus den Bergen nach Oberschwaben, um dort auf „Kindermärkten“ als Saisonarbeiter vermittelt zu werden
Joseph Loriz: Ein tragisches Beispiel eines Schwabenkindes aus dem Montafon, das sich aufgrund von Heimweh und harten Dienstbedingungen das Leben nahm.
Kaspar & Magdalena: Bekannt durch den Roman und Film „Die Schwabenkinder“. Während diese Charaktere teils fiktionalisiert sind, basieren sie auf den realen Erlebnissen der „Schwabengängerei“ und dem Engagement von Journalisten, die diese Praxis in den USA publik machten.
Datenbank der Schwabenkinder: Das Projekt Schwabenkinder.eu hat über 8.000 Biografien mit Namen und Herkunftsorten erfasst, um diesen anonymen Schicksalen wieder ein Gesicht zu geben.
2. Heim- und Kostkinder in Österreich
In Österreich wurden Kinder aus armen Familien oft als „Kostkinder“ an Bauern weitergegeben. In der modernen Aufarbeitung sind folgende Fälle und Orte zentral:
Mädchenheim Martinsbühel (Zirl, Tirol): Ein aktuelles Forschungsprojekt der Universität Innsbruck sucht hier nach Zeitzeugen, um die systematische Ausbeutung und den Missbrauch aufzuarbeiten.
Klosterschule und Heime: Betroffene wie Hanspeter Bobst (in der Schweiz und im Grenzgebiet aktiv) berichteten von Leidenswegen durch mehrere Heime und der Arbeit als Verdingbub, begleitet von sexuellem Missbrauch durch Kleriker.
3. Spezielle Beispiele aus Salzburg
In Salzburg ist die Geschichte eng mit der Unterbringung in kirchlichen und staatlichen Einrichtungen verknüpft:
Erziehungsheim Schloss Schernberg: Hier wurden Kinder oft faktisch als Arbeitskräfte für die umliegende Landwirtschaft „verliehen“.
Die „Zauberbuben“: Historisch gesehen waren viele der im 17. Jahrhundert in Salzburg hingerichteten „Bettelbuben“ (wie Gefährten des Schinderjackls) Kinder ohne festen Wohnsitz, die zuvor oft in sklavenähnlichen Dienstverhältnissen standen.
Der folgende Eintragung war im Sterbebuch einer Pfarre gefunden worden: „Joseph Loriz; kath. Dienstbub aus Silbertal; diente beim untern Müller Johannes Lorinser in Reuthe, rechtschaffen und brav; Alter: 7 [!] Jahre; Krankheit: hat sich aus Melancholie in der Probsthalden erhängt – vermutlich aus Betrübnis über den Hunger seiner Eltern; Ort und Zeit des Todes: Probsthalden, wo er an einem Buchenast todthangend gefunden worden den 3. Juni 1817; Ort und Zeit der Beerdigung: Reuthe, den 3. Juni abends ½ 9 Uhr in der Stille auf oberamtlichen Befehl.“ Zu diesem Sterbebucheintrag wurde der folgende Text verfasst: „Ein Hütebube, ein Kind noch, erhängte sich aus ‚Melancholie, vermutlich aus Betrübnis über den Hunger seiner Eltern‘, wie es im Kirchenbuch steht. Wie eine Entschuldigung mutet dieser Eintrag an, der als einziger Grund für den Selbstmord des kleinen Joseph Loriz nur dessen Trauer um seine Eltern in ihrer Not und Armut nennt. An diesen misslichen Verhältnissen trug sein Dienstgeber ja keine Schuld, dafür war er nicht verantwortlich. Was mag in diesem Buben wirklich vorgegangen sein, was hat in [!] gequält und in die Selbsttötung getrieben? Sicher mehr als nur die Gedanken an den Hunger seiner Eltern. Vom Heimweh übermächtig geplagt, unverstanden und allein gelassen, vielleicht auch noch vom Müller hart in Dienst genommen – dies und noch manches mehr war so übermächtig geworden, dass dieses Kind keinen anderen Weg mehr als den Tod für sich sah.“
Diesem Hinweis auf das furchtbare Schicksal eines 7-jährigen Silbertalers, der sich im Hungerjahr 1817 angeblich selbst das Leben genommen hatte, wurde seitens der Montafoner Museen natürlich sofort nachgegangen. Bei einem Blick in das Sterbebuch der Pfarre Silbertal[2] klärte sich die Angelegenheit jedoch sehr bald auf: Beim Verstorbenen Joseph Lorez handelte es sich nämlich gar nicht um ein Schwabenkind, sondern um einen 27 Jahre und 19 Monate alten Silbertaler (geb. am 20.7.1799[3]), der als Knecht in Reute (Herrschaft Waldsee/Schwaben) beschäftigt war und dort „todt gefunden worden“ war. Seine Eltern entstammten tendenziell der ärmeren Schicht im Dorf, waren aber laut Steuerbuch um das Jahr 1800 nicht völlig besitzlos.[4] Auch wenn sich die ganze Geschichte nicht ganz so dramatisch wie anfangs angenommen abgespielt hat, so verweisen die Eintragungen im Sterbebuch in Reute dennoch auf die äußerst schwierige Situation der Montafonerinnen und Montafoner im Hungerjahr 1817.
"Goffredo, Goffredo amore mio." ( * 23.07.1933 - † 30.09.1950) 🌿 Herkunft und frühe Jahre Isolina Cipriani wurde in Ceccano geboren, als Tochter von Filomena Cipriani (1908–1988) und – wie in Familienkreisen überliefert – dem unverheirateten Kind des Präsidenten der Italienischen Republik . Sie wuchs in einfachen, aber warmen Verhältnissen auf, in einer großen, weit verzweigten Familie, deren Wurzeln tief in Ceccano und Rom verankert waren. Schon als junges Mädchen trug sie einen Traum im Herzen: Sie wollte Schauspielerin werden. Nicht irgendeine – sie wollte glänzen, gesehen werden, auf der Leinwand leben. 🎬 Der Traum vom Film Mit 17 Jahren gelang ihr ein erster kleiner Schritt: In „Quo Vadis“ (1951, Regie: Mervyn LeRoy) erhielt s...
Mein Leben als Gedicht ( Lyrische Prosa) (Eine Überarbeitung und Verbesserung 02.12.2025) Auf archive.org befindet das Original. Geburt Ein Leben. Zugefroren, Zerrüttet, brüchig aber hoffnungsvoll. 23. November 1966, 2 Uhr 45 Landeskrankenanstalt Salzburg, Müllner Hauptstraße 48 Ein Kind geboren ohne Willkommen. Kein Vater, keine Großeltern. Kein Name, der ihn aufhält vor dem Fallen. Nur Herta Brigitte Krug, seine Mutter 22, ungelernt, einsam, tieftraurig. Später Herta Bertel - verheiratet, Goethestraße 12, zweiter Stock, Itzling, anonym. Dr. Peter Strobl, blond, groß, verheiratet, Kitzbühel, Tanz zusammen. 1962–1966, rät zur Abtreibung. Sie schweigt, behält das hilflose Kind. Verlangt kein Geld, trägt die Geburt allein, voller Schmerz. 1966–1968 Kaltes Säuglingsheim, nähe Krankenhaus. Zwei Jahre ohne wärmende Arme, die bleiben. Unbekannt. Großmutter aus Lessach: geboren vor dem Krieg, taubstumm, dumm. Kirchenstraße 33, Itzling. Kein Foto. Peter hilflos, neben Tante Olga – ...
🇺🇸 The Digital Fear: Why 99% of People Don't Publish Their Truth By Peter Siegfried Krug, FIDE Master in Chess Composition and Yoga Teacher 📝 Analysis: The Divide of Digital Action – Fear vs. Urgency I. The Digital Fear of the 99%: Barriers to Refusal The main reason for the vast majority's restraint lies in a rational assessment of risk and benefit, where the perceived risks systematically outweigh the potential advantages of publishing. The Illusion of Security in Closed Spaces: The majority operates in private accounts (e.g., private social media profiles), confusing Privacy with Security. While these spaces mitigate the fear of public judgment, they simultaneously sacrifice Findability and Impact. Content published there does not exist for Google, scientific research, or wide social discourse. Loss of Control and the Permanence Trap: A published piece of content is immediately removed from one's own influence. Given the instability of content and the lack of unequivo...
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