Leben zwischen Familie, Handwerk und Literatur: Gabriella Cipriani‑Merolli
Gabriella Cipriani‑Merolli — Eine genaue biografische Beschreibung
Grunddaten
- Name: Gabriella Cipriani‑Merolli
- Geboren: 1918 in Chieti, Abruzzen, Italien
- Gestorben: 1964 in Rom
- Todesursache: Gebärmutterhalskrebs, im Alter von nur 46 Jahren
- Nationalität: Italienisch
- Beruf / Tätigkeit: Dichterin, Familienunterstützerin im traditionellen Handwerksbetrieb der Familie Cipriani
Familienhintergrund
Gabriella stammte aus einer gebildeten, literarisch geprägten Familie:
- Vater: Enea Merolli — Anwalt, Schriftsteller und Dichter
- Mutter: Giovanna Gorgo
Diese Herkunft prägte Gabriellas frühe Nähe zu Literatur und Poesie.
Ehe und Familie
Gabriella heiratete Vincenzo Cipriani, den Besitzer der traditionsreichen römischen Polsterei:
„Antica tappezzeria Cipriani dal 1870“
Adresse: Viale Parioli 91, Rom Der Betrieb bestand über 150 Jahre und wurde erst im Oktober 2020 während des Corona‑Lockdowns geschlossen.
Gemeinsam hatten Gabriella und Vincenzo 13 Kinder, alle in Rom geboren:
- Giovanni Cipriani — Kulturmanager, Organisator, Sammler alter und seltener Bücher
- Maria Letizia Cipriani
- Maurizio Cipriani — arbeitete in Deutschland in einem Großlager, später Polsterer in Rom, heute pensioniert
- Armando Cipriani — Unternehmer der „Piscina Don Bosco“ in Rom
- Luigi Cipriani — Meisterpolsterer, führte den Familienbetrieb bis zur Schließung 2020
- Liliana Cipriani
- Silvio Cipriani
- Paolo Cipriani
- Lucia Nadia Cipriani — Künstlerin und orientalische Tänzerin; seit 1975 in Österreich, seit 1987 österreichische Staatsbürgerin; lebte lange in Salzburg (Mönchsberg, Essegasse, Siezenheim), später am Stadtrand und ab 2016 in Hallein
- Maria Teresa Cipriani — Witwe von Pino Oddo (†2015), lebt mit Tochter Serena Oddo (Tänzerin) in Rom
- Stefano Cipriani — † 2022
- Massimo Cipriani — Gärtner
- Gabriele Cipriani
Leben zwischen Familie, Handwerk und Literatur
Gabriellas Alltag war geprägt von einer außergewöhnlichen Doppelrolle:
1. Die große Familie
Mit 13 Kindern führte sie ein intensives, arbeitsreiches Familienleben, das viel Organisation, Fürsorge und Kraft verlangte.
2. Mitarbeit im Familienbetrieb
Sie unterstützte ihren Mann in der traditionsreichen Polsterei. Zeitzeugen berichten, dass sie selbst in der Werkstatt arbeitete und Lehrlinge anleitete. Ein Beispiel:
- 1956 brachte sie dem später bekannten Fotografen Rick Di Montenovo das Nähen mit der Krümmernadel bei.
3. Die Dichterin
Trotz der enormen familiären und beruflichen Verpflichtungen pflegte Gabriella ihre Leidenschaft für die Poesie — ein Erbe ihres Vaters.
Literarisches Werk
Ihr einzig bekanntes Werk ist der Gedichtband:
„Vigna Clara“ (1963)
- Umfang: 32 Seiten
- Veröffentlichung: Ein Jahr vor ihrem Tod
- Bedeutung:
- Der Titel verweist auf das römische Viertel Vigna Clara, was auf Gabriellas starke lokale Verbundenheit schließen lässt.
- Das Werk gilt als ihr literarisches Vermächtnis, da sie kurz nach der Veröffentlichung verstarb.
Leider existieren kaum öffentlich zugängliche Analysen oder Interpretationen des Inhalts.
Tod und Vermächtnis
Gabriella starb 1964 in Rom an Gebärmutterhalskrebs. Ihr früher Tod hinterließ eine große Familie, ein traditionsreiches Handwerkserbe und ein kleines, aber bedeutendes literarisches Werk.
Ihr Leben steht exemplarisch für viele Frauen ihrer Zeit: zwischen Kunst, Familie, Tradition und persönlicher Leidenschaft.
Für Gabriella (von Peter S. Krug)
“In Chietis Hügeln nahm dein Weg einst seinen Lauf,
ein leises Mädchen, das die Worte früh hinauf
ins Licht der Poesie getragen,
geformt von Vaters Dichterfragen.
Nach Rom geführt vom Strom der Zeit,
wo Liebe, Arbeit, Mühsal, Heiterkeit
sich mischten in den Tagen deiner Pflicht,
doch nie erlosch dein inneres Gedicht.
Dreizehn Kinder — eine Welt,
die sich um deine Hände stellt,
um deine Stimme, warm und klar,
die Heimat war, Jahr um Jahr.
In Vigna Clara, still und fein,
ließest du dein letztes Werk gedeihn,
ein schmales Buch, doch reich an Klang
, ein Abschied fast, ein Lebensgang.
Zu früh entriss die Krankheit dich,
doch weiter klingt dein Wort, poetisch, schlicht,
und weiter trägt dein Blut die Spur
von Kunst, von Mut, von Lebensflur.
So tanzt in Österreich, weit vom römischen Haus
, Lucia Nadia ihren eigenen Traum hinaus,
deine Tochter, die mit jedem Schritt
ein Stück von deinem Feuer mit sich mitnimmt.
Und all die Deinen, nah und fern,
bewahren dich wie einen Stern,
der über Pariolis Dächer wacht
und leise Poesie entfacht” - Peter S. Krug
Sources:
https://archive.org/details/@peterkrugaussalzburg
https://www.wattpad.com/user/petersiegfriedkrug
https://timenote.info/de/Gabriella-Cipriani-Merolli-12.02.1918-05.07.1964-658bf6cca88ac
Kommentare
Kommentar veröffentlichen