Isolinas Lied - Gedenken
(* 23.07.1933 - † 30.09.1950)
In Ceccanos Gassen, still und klein,
wuchs Isolina, zart und rein.
Mit blondem Haar und dunklem Blick,
trug sie den Traum vom großen Glück.
Rom rief sie mit verlockend’ Klang,
die Via Veneto voll Gesang.
Cinecittàs verheißend’ Licht
fiel warm und schmeichelnd auf ihr Gesicht.
Sie übte Rollen Tag für Tag,
sprach Texte, wie sie niemand mag.
Doch in ihrem Herzen, jung und weit,
wohnte die Sehnsucht nach Zärtlichkeit.
Da kam Goffredo, weltgewandt,
ein Mann, der Ruhm und Filme kannte.
Er sprach von Zukunft, sprach von ihr
— und Hoffnung wuchs wie ein wildes Tier.
Sie glaubte ihm, sie glaubte sehr,
ihr junges Herz verlangte mehr.
Ein Blick, ein Wort, ein leiser Ton
— und schon gehörte sie ihm davon.
Doch Liebe, die auf Sand gebaut,
hat keinen Halt, wenn man vertraut.
Er blieb ein Stern, so fern, so kühl,
und sie ein Mädchen voller Gefühl.
In ihrer Kammer, eng und klein,
saß sie oft stumm im Lampenschein.
Das Telefon — ihr einz’ger Freund,
auf dessen Ruf sie heiß geträumt.
Am Fenster stand sie, müde, matt,
die Welt darunter grau und satt.
Sie rief den Namen, der sie band,
den sie wie Feuer in sich fand:
„Goffredo… amore mio…“
Ein Flüstern nur, doch schmerzensfroh.
Dann fiel sie, wie ein Falter fällt,
der sich zu nah ans Licht gestellt.
Im Krankenhaus, im Abendlicht,
verlosch ihr Atem, schlicht und schlicht.
Ein letzter Blick, ein letztes Flehn
— und Isolina ging von der Welt hinweg.
Doch wer von ihr erzählt, der spürt:
Ein Traum, der jung und rein verführt,
kann heller brennen als ein Stern
— und doch vergehen, furchtbar fern.
Isolina — kurzer Schein,
ein Herz aus Sehnsucht, zart und rein.
Ein Mädchen, das die Welt begehrt,
und viel zu früh vom Traum verzehrt.
Zum Gedenken: Isolina Cipriani (* 23.07.1933 - † 30.09.1950)
https://archive.org/details/@peterkrugaussalzburg
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