Enea Merolli (1879–1963) Gedicht
Im Bild: Enea Merolli und Giovanna Gorgo
Enea Merolli
In Celanos Gassen, still und klar,
wo einst sein erster Atem war,
da wuchs ein Geist von seltner Art,
mit scharfem Blick und warmem Herz gepaart.
Er zog nach Rom, dem Wissen zu,
studierte Recht und Weisheit ruh’,
sprach Sprachen, die wie Flüsse fließen,
ließ Worte blühen, die nie verließen.
Er schrieb vom Leben, stark und weit,
von Schönheit, Kunst und Ewigkeit.
Sechstausend Verse, kühn und frei
— Croce hörte hin und nickte dabei.
Als Anwalt kämpfte er mit Stil,
mit Federkraft und Rechtsgefühl.
Doch blieb er Dichter allezeit,
ein Mann aus Klang und Klarheit.
Zweimal fand Liebe ihn im Lauf,
zwei Ehen, die sein Leben baun.
Drei Töchter trugen seinen Klang,
sein Erbe wuchs ein Leben lang.
Und weiter floss, was er erschuf,
sein Funke, der im Innern ruft:
Lucia Nadia fand
sein künstlerisches Erbe Land.
In ihnen lebt, was er begann
— ein stiller Strom, der wirken kann.
So steht sein Name, hell und rein,
in Celanos Straßen eingemeißelt ein.
Doch stärker noch als Stein und Zeit
wirkt das, was seine Seele schreibt.
Denn Dichter sterben niemals ganz
— sie wandern weiter, Tanz für Tanz,
von Herz zu Herz, von Traum zu Traum,
und leben fort im Lebensraum.
https://archive.org/details/@peterkrugaussalzburg
Kommentare
Kommentar veröffentlichen