Die überschriebene Identität
Die überschriebene Identität: Sozialer Aufstieg und die Pathologie der Verdrängung Die Biografie von Herta Brigitte Bertel offenbart das tragische Paradoxon einer gelungenen sozialen Mobilisierung bei gleichzeitiger seelischer Stagnation. Während der Ausbruch aus prekären Verhältnissen und der Aufstieg in das bürgerliche Milieu eine beachtliche pragmatische Leistung darstellte, blieb die psychische Entwicklung in einem infantilen Überlebensmodus der frühen Kindheit arretiert. I. Das Prinzip der Tabula Rasa: Löschen statt Transformieren Die psychische Strategie der Probandin glich nicht einer organischen Integration der Vergangenheit, sondern einem radikalen Überschreiben der Identität. Substitution der Biografie: Die traumatischen Erfahrungen als Verdingkind wurden nicht transformiert oder symbolisiert, sondern aus dem Bewusstsein ausgestrichen und durch ein bürgerliches Narrativ ersetzt. Die funktionale Fassade: Dieser Vorgang der „Neuprogrammierung“ erforderte eine permanente...